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und zu diesem Zwecke die Anfangs vorgeschriebne Stellung zu-naehst der Oberstimme öfters verlassen.
Jetzt steht es bei uns, die engste Haltung der Harmonie andie Oberstimme willkührlich in ganzen Satzen aufzugeben. Wissenwir doch schon langst, dass die Umstellung der Intervalle einesAkkordes wohl erlaubt ist und das Wesen desselben nicht andertoder stort, — dass die Akkordstellungen bei a ebensowohl zulassigsind, als die bei b —
und haben dergleichen schon vielmals gelegentlich angewendel,z. B. in No. 167 Takt 4 und 6*).
Was ist nun im vorstehenden Beispiele bei a eigentlich ge-schehen? — Wir haben die Töne des Akkordes auseinan-dergesetzt. Diese Erklarung ist ausserlich wabr und mitAugen zu sehen, aber auch dem Sinne nach treffend. Indem wirdie einzelnen Töne dem Orte nach weiter auseinander gestellt baben,klingen sie nicht mehr so in einander , wie bei der ursprünglichenStellung, bei b; sie sind nicht mehr ein gedrangter scbarfer Zu-sammenklang, sie sind weiter, und damit sanfler, weicher gewor-den ; der Akkord bat nicht mehr so enge feste Einheit für das Ge-hör, aber mehr Klarheit, Durchsichtigkeit gleichsam seiner einzel-nen Töne.
Zugleich ist offenbar, dass in dieser Form der Darstellung dievon einander entfernten Stimmen mehr Spielraum haben, sich abge-sondert zu bewegen.
*) Hier endlich kommen wir auf die einfachsle Weise, nach der dem Uebel-stande bei der ersten Einfiihrung des Dominant-Akkordes (No. 96) halte aus-gewichen werden können. Es kann die mehrmals besprochne Akkordfolge so
ausgeführt werden. Der Domioant-Akkord biisst die entbehrliche Qninte ein,aber dafiir ist der Tenor nicht genöthigt, die Terz zu verdoppeln, oder (wie inNo. 97) in den Alt hinein- oder über ihn wegznspringen; der Schlussakkordendlich erscheint vollstimmig (ohne dass es unregelmassiger Fortschreitungdazu bedarf) Hnd in ebenmassigster Stellung der Töne.