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Diese Darstellungsweise nennen wir nun wei te (oder zer-streute) Harmonielage.
Aus dem Obigen folgt schon, wie sie am besten angewendetwerden kann und wo die enge Harmonielage den Yorzug bat.Jedenfalls soll man sie nie anwenden, wo sie zu unnöthigen Schwie-rigkeiten oder gar Lebelstanden fiihren könute. Wollen wir daberirgendwo mit ihr beginnen, so mussen wir zuvor prüfen, ob wires auch ohne Unannehmliohkeit durchselzen, oder wenigstens einenschicklichen ürt finden könneu, in die enge Harmonielage ein-zulenken.
Sobald wir einmal die enge Lage verlassen, öffnen sich in derweiten Harmonielage fast zahllose Möglichkeiten, die Akkordtöne zustellen, da man möglicber Weise einen Akkord durch alle Oktavenverfolgen kann. Nicht alle diese Slellungen sind allgemein brauchbar.
Legen wir die Akkordtöne zu weit auseinander, so wird dermaterielle Zusammenhang des Akkordes gestort; legen wir alleoder einige Akkordtöne in die liohen und höchsten Oktaven, so fehltes der Harmonie bei der Spitzigkeil und Kürze der boben Töne anFülle; legen wir sie in die tiefern Tonregionen, so rauschen siedumpf und undeutlicb in einander.
Für alle diese Bedenken bat die Natur der Tonentfaltung schoneine Schlicbtung bereitet. Schauen wir nochmals jene S. 55 auf-gewiesene Tonreihe an:
und betrachten die Lage und Entfernung aller Töne, so finden wirFolgendes.
1. Je tiefer die Töne, desto weiter liegen sie auseinander; jehöher, desto naher an einander. End dies ganz nach der Na-lur der Tonregion. Denn die tiefern Töne haben mehr Schall-masse, tonen langer, aber auch langsamer und undeutlicherund miissen aus ei n a n der ges e t z t sein, um klar verstandenzu werden; die höhern Töne aber sind deutlicher und dabeikürzer und weniger massenhaft; sie können naher an ein-ander treten und unterstützen sich so gegenseitig.
2. Daher beginnt die eigenlliche, diatonische Melodie erst vomhöchsten c des Vorbildes.
3. Die volle, enge Harmonie liegt in den Mitteltönen, zwischendem tiefsten g- und höchsten c unsers Vorbildes.