Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

151

153

Andante.

ein Satz, der sicli mehrmals wiederholt. Allerdings kornuit in bei-den Fallen die ausgelassene Terz nach, in No. 152 ist sie iiberdemvorausgegangen.

2. Vefdopplung von Akkurdtönen.

Es fragt sich hier zweierlei.

Zuerst: welcbe Töne können nicht verdoppelt werden?Diejenigen, welcbe nothweudige Fortschreitungen zu niachen haben.Zimiichst also Septime und Terz im Dominant-Akkorde; denn dadie erstere einen Schritl hinab, die letztere einen Schrift hinaufgehen muss, so würden wir, wenn wir sie verdoppelten, das heisstin zwei Stimmen zugleich anfführten, in Gefahr sein, entweder(wie sicli hier bei a zeigt)

Oktaven zu maclien, oder (w'ie bei b) eine von beiden Stimmenregelwidrig fortzufiihren. Dies kann bisweileu um besondrer Vor-tlieile willen (z. B. zu Gunsten besserer Stimmfiihrung) gewagtwerden, ist aber für jetzt dem Schiller nicht gestaltet. Selbst wenneine solche bedenkliche Verdopplung vor der Auflösung des Akkor-des wieder beseitigt,

a

-A-j-j-

b d- J- 4-

O :

^ i i ,

[ f.

i i i

-O-

-eL J

-e-

Tf. fe? ^

... p. f-'

| |

ergiebt sich, so lange die Verdopplung besteht, ein in der Regelnicht wohlgefalliger Zusammenklang. Das Gefühl (selbst des Har-monie-Unkundigen) empfindet den bevorstehenden falschen Fort-schritt gewissermassen voraus und findet in der nachher eintreten-den Abwendung von demselben keine hinlangliche Genugthuung.Dies ist der Uebelstand, den wir gleich bei der ersten Einführungdes Dominant-Akkordes (S. 87) in der oben No. 155 a wieder-holten Weise haben inne werden mussen.

9