Hiermit ist die Uebung in der freien Einlïïhrung des Dominant-akkords angebabnt 11 ).
Dritter Abschnitt.
Selbstlindiger Gebrauch der Harmonie.
Es hat schon S. 98 nicht unbemerkt bleiben können, dasswir uns, selbst abgesehen von der Beschranktheit unsrer jelzigenMitlel, schon desswegen in untergeordnetem Kreise bewegen, weilwir das freie Schaffen vollstandiger Tonstücke aufgegeben und unsauf blosse Begleitung gegebner Melodien beschraukt haben. Aller-dings mussen wir uns dies noch gefallen lassen, so lange unsreharmonischen Miltel zu arm und unbehülüich sind fiir höhere Lei-stungen und so lange die Entwickelung des Harmoniewesens unsausschliesslich in Anspruch nimmt. Indess, sobald und soviel wiemöglich wollen wir das eigne Bilden von Tongestalten wieder inAnspruch nehmen.
Freie und befriedigend gestaltete Liedsalze (S. 64), so beweg-licbe und lebendige, wie bei der ein- uud zw'eistimmigen Kompo-sition schon gelungen sind, können jetzt in der neuen Harmonie-weise nicht gelingen. Denu noch verstellen wir nichts, als zu jedemMelodieton einen Akkord — und zwar vierstimmig — zu setzen,also massenhaft zu schreiben; und das verlragt sich scblecht mit1'einerer uud lebhafterer Bewegung. Ein Satz wie dieser —
Allegro.
\-f~ a -p-rw~r
-r-l—|-
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nimmt sich einslimmig (a) oder allenfalls zweistimmig (b) ganz gutaus, wiewohl sich auch für ihn die angemessnere Begleituug erstspater linden wird. Enter der Last von vier mit einander geilen-den Stimmen dagegen und mit unserm bis jetzt noch in weitenSchritten herumstolpernden Basse (a) —
11) Achte Aufgabe: Bearbeitung der in der Beilage IV mitgetheiltenMelodien nach der S. 103 fiir die siebente Aufgabe ertheilten Anweisung, dochmit freier — und fiir den Scbluss nolhweudiger -— Einfiibrung des Dominant-akkordes und unter Benutzung aller in No. 113 und 116 aufgewiesnen S'lel-lungen.