Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

nommen; die Septime kann nicht wegbleiben, weil der Akkordsonst gar kein Dominantakkord ware, sondern ein blosser Dreiklang;also muss Terz oder Quinte wegfallen. Wir behullen, wie bei b,die Terz und lassen die Quinte weg; denn die erstere erweist sichschon durch ihre fesle Bestimnning, hinaufzuschreiten, karaktervollund karaktcristiscb, wahrend die lelztere eben so wobl hinauf alsbinunlergehen kann^ also von unentschiednem und darum unbezeich-nendern Wesen ist*). Nun 1'ragt sich noch zweitens: wie dieOktave des Grundlons zu behandeln sei? Soll sie wie derGrundton selber zur Tonika schreiten, wie die kleine Note bei aandeutet? Es ginge allenfalls**). Da aber derselbe Weg schon vomBasse genomnien wird und die Tonika im 1'olgenden Akkord ohne-bin von g und h oder d aus genommen wird, so lassen wir glieber liegen und gewinnen damit einen vollslandigen Dreiklang nachdem Dominanlakkorde. Bei d und h endlich baben wir den Domi-nanlakkord, eben wie bei b, ohne Quinte gelassen und dadurch denfolgendcn Dreiklang vollstiindig setzen können.

Nach dieser Vorbereitung gehen wir nun gleich auf

A. Freie Einführung des Dominantahkordesin die Harmonie zum folgenden Beispiel

8 3+

5 5 5 5 5 5 3 3+3

5, 8, 3 5 3+3

34AU:

- m»-i-i m

-# 0 0-1-0t-

t=utz|=:fctn:tr:

-pr -»t

r 11 '

) Ohne Frage wirtt mit, dass die Terz schon im Dreiklang (S. 96) daswichtigere Intervall ist, vvogegen wir die Quinte schon ia No. 98 leicht ent-behren konnlen.

*') Eigenllich gehn in solcliem Fall beide Slimmen in Oktaven, namlichbeide von der Dominante in die Tonika. Allein bei dem engen Zusammenhangder Akkorde und der bei a gewahlten G ege n b e we gu n g der Stimmen(von denen der Diskant hinauf geht, wiihrend der Bass hinab schreilet)wiirde man sich das allenfalls gestalten können, muss es sogar, wcnn einoMelodie zum Schluss von der Dominante in die Tonika gebt.