103
Septime einen Schritt abwarts nach e, die Quinte d einen Schrittaufwarts oder abwarts , nach e oder c. Die obige Erklarung mussalso dahin vervollslandigt werden :
der Dominanlakkord kann zu jedem Melodieton gesetztwerden, der in ihm enthalten, wenn ihm dabei die richtigeFortschreitnng möglich ist.
Untersuchen wir dies genauer. Hier —
-LÜj.
-A T=P :
haben wir in acht einzelnen Fallen nach einander die Töne g , h,d und f in die Oberstimme gesetzt und mit dem Dominantakkordebegleitet. Ueberall lost er sich in den tonischen Dreiklang c-c-gaut'. Aber wie geschieht dies, wie gehen seine einzelnen Töne? —In den Fallen bei c, e und g ist nichts zu bemerken, hier gehtalles ganz regelmassig. — Bei dem sechsten Fall (ƒ) geht die Sep-time ebenfalls regelmassig abwarts nach e, wiihrend die Melodie, d,nach e hinauf'geht. Hierdurch erhiilt der folgende Dreiklang einedoppelle Terz, von der wir bereits S. 87 erl'ahren, dass sie zwarnicht geradezu unzulassig ist, doch aber den Wohllaut des Akkordesmindert*). —■ In den ersten beiden Fallen (a und b) liegt in derOberstimme g, in der Unterslimme ebenfalls, folglich bleiben fiirdie Töne h, d und f nur zwei Stimmen iibrig. Hier fragt sichzuerst, wie wir den Akkord unter solchen Umstanden vollstiindigdarstellen? — Nach der uns sclion von No. 96 her bekanntenWeise; wir geben einer Stimme zwei Töne nach einander, lassenentvveder (wie bei a) d, auf h, oder h auf d, folgen u. s. w r , wiees gerade im besondern Falie gut geben will. Oder, wenn wir diesnicht mogen, so lassen wir einen Ton des Akkordes weg. AberWelchen? Der Grondton kann es nach unsrer jetzigen Einsicht nichtsein; die Oklave desselben haben wir einmal als Melodieton ange-
*) In der nachsten Ablheilung werden wir hieriiber griindlicbere Aufklü-mng crhalten.