Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
78
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ebenfalls eine grosse. Die Akkorde auf G und auf F sindalso dein auf der Tonika C, dein tonischen Akkorde,vollkommen gleich.

Wenn wir nun den einen Akkord (die erste harmonische M asse)richlig und brauchbar gefunden haben, so miissen es aucb die bei-den andern, ihm ganz gleichen Akkorde sein.

Allein es knüpft sich noch eine andre Betrachtung an dieseAkkorde. Der erste derselben steht auf der Tonika unsrer er-wahlten Tonart, bat auch desshalb den Namen tonische Harmonieoder tonisch er Dreiklang. Halten wir nicht Cdur als Tonartgenommen, sondern G oder Fdur, so würden wir als tonischen

sleht. Die unterste Stufe, von der wir anfangen zu ziiblen, heisst Prime, diefolgende Sekunde, die dritte T e r z, die vierte Q u a r t e, die fiinfle Q u i n te,die secbste Sexte, die siebente Septime, die acbte Oktave. Wollen wirnoch weiter zahlen, so heisst die neunte None, die zehnte Dezime, die elfleU n d e zim e, die zwölfle Duodezime, diedreizehnte Terzdezime ( 'decimatertio'), die vierzehnte Quart dezime ( decima qiiarld). Nur so weit ist esnölhig zu zahlen : in den meisten Fallen aber bedarf es nur der Zablung biszur Oktave und None. Nebmen wir also z. B. e als Prime an, so ist d dieSekunde, d in der böhern Oktave die None, e die Terz u. s. w.; nebmen wire als Prime an, so ist ƒ die Sekunde, a die Quarte, d die Septime u. s. w.

Diese Abzablung ist leiebt, aber nicht genau. Denn wir wissen , dassjede Stufe erlibht oder erniedrigt werden kann; die Llosse Angabe der Stufesagt daber nicht, ob Erböhung oder Erniedrigung, oder die unveriinderte Stufegemeint sei. Die Quinte von c z. B. ist g, oder genauer zu reden: die G-Stufe. Ist aber nun der Ton g selbst, oder ges oder gis gemeint? das sagtuns der Name Quinte nicht.

Man bedarf also genauerer Angabe; und zu dieser gelangt man, indcmman ausmisst nach Ganz- und Halbtönen, wie gross ein Intervall ist.

Wir haben nun viererlei Inlervallgrössen zu merken: grosse, kleine,verminderte, iibermiissige Intervalle : und dies geschieht am leichlestenuach folgenden Merksiitzen.

Gross sind alle in einer Durtonleiter einbeimischen Intervalle von derTonika an aufwiirts geziiblt. Von C an z. B. ist d die grosse Sekunde, C-edie grosse Terz, C-f die grosse Quarte u. s. f. Folglieh ist die grosse Sekundeeinen Ganzton gross, die grosse Terz zwei Ganztöne, die grosse Quinte dreiGanztöne (e-d, d-e, f-g) und einen Halbton ( e -ƒ) u. s. w. Folglieh siud auch/-e und g-d grosse Quinten, denn sie entbalten ebenfalls drei Ganztöne undeinen halben; dessgleichen sind f-a uud g-h grosse Terzen, denn sie entbalteneben wie c-e zwei Ganztöne.

Klein ist ein um einen Halbton verkleinertes grosses Intervall. C-e undc-g- z. B. waren grosse Terz und Quinte; c-es und c-ges sind kleine Terzund Quinte.

Vermindert ist ein um einen Halbton kleiner gewordnes kleines Inter-vall. C-es war eine kleine Terz; e-eses oder cis-es war eine verminderteTerz.

Uebermassig endlich nennen wir ein um einen Halbton vergrösserlesgrosses Intervall. C-G z. B. ist eine grosse Quinte; c-gis W'ürde eine übei»massige sein.

Das Nahere ist nicht hierher, sondern in die allgemeine Musiklehre gebörig.