59
bis wir triftigen Grand finden, von ihr abzugehn. DergleicheuGründe werden sich bei der Arbeit im Folgenden von selbst erge-ben; einen Fall nehmen wir — nur als Beispiel — voraus. Hier —
65
-JL~V -
-|E-=
——
-!-p-i
- a-d_td
aLÖ.-[-
T-t
r i
t- ~r I t -\,
xL
-I-
Ï--
m
T ‘Cr
haben wir unsre zwei Slimmen erst im Einklange, dann in Okta-ven aufgefïïhrt, erst zuletzt bildet sich eine wabrhafte Zweistimmig-keit. Warum diese Abweicbung? — Die Melodie sollte so starkwie möglich wirken und erst zuletzt Harmoniefülle (so viel wirdavon jetzt haben!) auslönen; daher —und um der zweiten Slimmeentschiednere Richtung zu lassen — trat selbst die einzige Harmo-nie um eine Oktave weiter aus einander, als in No. 64.
So viel zur Vorbereitung; nun zur Komposition.
Dritter Abschnitt.
Die zweistimmige Komposition.
Nach den Voriibungen im einstimmigen Satze dürfen wir jetztrascher auf unser Ziel losgehen. Wir wollen gleich Tonslücke inder vollkommensten der drei Grundformen (S. 31) bilden, alsoPerioden.
Von der Periode wissen wir, dass sie aus Vorder- und Nach-satz besleht, deren Grosse sich zunachst (No. 7) und sehr bequemauf zweimal vier Takte festgestellt bat. Der Schluss unsrer einstim-migen Perioden Gel auf die Tonika. Audi jetzt wird mit der Tonikagesehlossen werden, aber nicht mit dem einzelnen Ton, sondern mitder erslen harnionischen Masse, in der die Tonika enlhalten ist unddie wir deshalb auch Harmonie der Tonika oder tonische Har-monie nennen. Diese tonische Harmonie stellen wir lïir den Schlussso, wie sie zuletzt in No. 64 erscheint (e— c ), so dass die Tonikaals wichtigster Ton von der Hauptslimme, also auf das Eindringlich-ste, gegeben wird. Was soll ihr voraus gehen? — Nicht aber-mals eine Tonverbindung aus der erslen Masse, sondern die zweiteharmonische Masse, die den starksten Gegensatz gegen sie bildetund sie also am starksten hervorhebt. Diese Masse fiihren wir wie