- 53 -
Fallen angemessen erscheinen mochten, und keiner eignen Dureh-übuug bediirfen.
Endlicb könnle man versuchen, zwei dem Wesentlichen nachin Oktaven mit einander gehende Stimmen durch Figurirung ab-weichend zu nüanciren, und sie dadurch zu g e wisser ma as senverschiednen Stimmen zu machen, wie z. 13. in folgendem Satzegeschiebt.
Dergleichen anscheinende Zwei- und Mehr-Stimmigkeitwird sich spaler, besonders in Orcheslersatzcn und bei der Beglei-tung von Gesangstücken , wirksam und richtig erweisen, kann unsaber hier auch nicht zum Ziel 1'iihren. Denn uur zu klar sprichlsich die nachgebildete Slimme als blosse Umschreibung derGrundmelodie aus, kann sogar mit derselben in Widerstreitgerathen (z. B. im dritten Takte mit gis gegen a) und ist für unsan dieser Stelle unsers Bildungganges ein Zwitterwesen, baldOktavengang, bald abweiehend, dem wir in unsrer Gestallenreibeeinstweilen keinen Zutritt gestalten.
Zweiter Abschuitt.
Die Naturharmonie und ihre Zweistimmigkeit.
1. Auffindung.
Wie viel oder wenig wir auch aus Oktavgangen entwiekeln,der eigentliche Zweck, eine wabrhaf'le Zweistimmigkeit, in derjede Stimme besondre Grundmelodie hat, ist durch sie nicht zuerlangen. Hierzu bedarf es einer andern Grundlage, die uns zeigt,welche Töne verschiedner Stimmen überhaupt nach der Natur desTonwesens zu einander geboren.
Versuchen wir zuerst nach dem blossen uniniltelbarenUrtheil unsers Gehörs einen Ton zu finden, der zu einemandern, elwa zur Tonika, passt. Der niichste, die Sekunde(c— d),ist es nicht, wohl aber der folgende, die Terz (c — e). Zu diesenbeiden Tonen passt wiederum nicht der vierte, sondern der uachst-