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1 (1852)
Entstehung
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(wenn dies nölbig sein sollte) mogen bier noch einige Wege ange-bahnt werden. Es werden sich dabei noch ein Paar Beobachtungenanknüpfen, die der Bemerkung wohl werth, wenn auch von unter-geordneter Bedeutung sind.

Jeder Punkt in dem bisher Erworbenen kann zum Anfangeines solchen Weges zu unerschöpllichem Neubilden werden. Sooft wir auf irgend einem Punkte fragen: was wir besilzen (S. 33),giebt uns die Antwort neue Bildungsstofle oder Wege an die Hand.

Kehren wir noch einmal zu dem Motiv c in No. 9 zuriickund fragen*), was es enthalt? so ist die einfachste Antwort: dreiTöne, und zwar ein Viertel und zwei Achtel, einen Zwei-Viertel-takt; mit dem Zusatze haben wir den rhythmischen Weg betreten.

Allein die drei Töne könnten auch und das ware das Ein-fachste gleiche Geltung haben; es entstand also ein neues Mo-tiv von drei gleichgeltenden Tonen, das zu folgendem Satze,

*) Ist aber diese Weise, zu der Umgestaltung eines Motivs oder zu einemneuen Motiv zu gelangen, nicht eine abstrakte Verstandesoperation ? ist siekiinstleriseh ?

Nur die unvermeidliche Lehr- und Sprachform kann ihr auf den ersten Hin-blick deu Anschein geben, sie sei unkiinstleriscb. Denn die Lebre und Redeformkann nicht anders, als den Weg von einem Gebilde (z. B. von einem Motiv) zumandern mit kalter Erörterung und ausserlich erscheinender Dntersuchung bezeick-nen ; was bei dem Kiinstler nur GefiikI oder Ansckauung zu sein scbeint (dasheisst: wenn bei ikm das Bewusstsein blitzschneii fasst und ins Werk setzt,und sich darum hinter dem vorberrschenden Gefiihl der Stimmung zu bergenvermag) das muss sie vollstiindig in das Gebiet des vorherrschenden Bewusst-seins hiniiberziehn.

Aber man sorge nur (und wir haben wiederholt S. 17 u. 40 dazu ermahnt)dass dieses Bewusstsein kein abstraktes bleibe, dass man, indem man sich sagt:dieses Motiv ist von sotcher Beschaffenheit und kann so umgestaltet werden, es auch in beiden Gestalten innerlich vemimmt und anschaut, ausserlichdurch Gesang und Instrument sich zu Gehör bringt; dann wird das Bewusstseinaus seiner Abstraktion in kiinstlerische Sphare zuriickkehren, es wird einkiinstlerisches Bewusstsein werden, in dem Ansckauung, Gefiihl und Ver-stand zusammenscbmelzen. Die Umgestaltungen des Motivs c No. 9 in No. 35bis 37 z. B. erscheinen zunachst blos als errechnete Fortschritte. Allein manfühl'e sich nur in den rhythmischen Unterschied binein, so wirddas anscheinende Rechenexempel zu einem musikaliscken Erlebniss, es wird lehen-dig und lebenzeugend. Der fertige Kiinstler macht in der wirklicben Kompositiondenselben Weg, nur in entgegengesetzter Richtung. Er vernimmt in seinem In-nern das Motiv c de und hat sich nun zum Bewusstsein zu bringen, inwelcher rhythmischen Form es erscheint, oh in der von No. 9, 35, 36 oder 37;nur dass bei ihm die Operation so schnell und darum scheinbar unbewussterfolgt, wie bei uns allen etwa das Buchstabiren. Ja, er kann sich sogarim ersten Augenblick im rhythmischen Ausdruck irren, eine rhytkmische Nuancefiir die andre nehinen (jeder Komponist hat das wohl schon erfahren) zum Be-weise, dass hier ein fortsckreitendes Bewusstsein wirkt.