42
bleibt für den drilten Takt nur ein einzelner Ton iibrig und derSatz schlaft gleichsam vor dem Ende ein. •— Wir können (S. 15)nicht behaupten, dass dieser Satz und der vorhergehende falscli oderschlecht waren. Dem Künstler stellen sich tbeils von aussen (z. B..in einem Drama , bei der Komposition eines Gedichts), theils nachindividueller Stimmung und Vorstellung die mannigfaltigsten Auf-gaben, deren keine schlechlhin unberechligt oder unzulassig zu nen-nen ist. Jeder Aufgabe muss der Ausdruck enlsprechen; und soköunten wohl Satze wie die vorstehendeu für einen Gemüthszustand,der aus lebhafterer Erweckung in Ermatten, Zögern, Unentschlos-senbeit u. s. w. überginge, der reclite Ausdruck sein. Allein fürjetzt ist in unsern Arbeiten von Stimmungen und besondrer Bedeu-tung nicht die Rede, wir folgen noch ausschliesslich dem allgemei-nen Formgesetz und nach diesem ist die Stockung im dritten Taktevon No. 24 unrecht.
Folglich gehen wir mit dem Moliv c noch weiter —
und gerathen damil über die Tonika hinaus, urn zum Schlussedoch zu ihr zurückzukehren; oder müssen mit irgend eincr andernWendung (z. B. bei f und ff) dem dritten Takt Bewegung ver-leihen. Wollen wir aber nicht 'iiber das Maass der Bewegung inNo. 24 hinausgehn, so müssen wir wenigstens das vermeiden, dassin der erslen Hiilfte des Salzes alle Lebhaftigkeit aufgebraucht wirdund die Schlusshalfte (in welcher eben gesteigerte Bewegung zumletzten Ton hin naturgemass (S. 28) und wirksam ist) nun tragenachschleppt. Wir vertheilen also die schweren Takte auf Anfangund Ende,
-e-
—
Jf
—p—
1 1 j
W —
\—è~ • *~ A
—- - \
1-—1-J-J
oder mischen sie mit den beweglichen,
rö-
—
_ □ 1 2 1 C5 1
Tm \\
m W 9 i 1
W— 2—3-S-J
. O_
und erlangen damit eine konsequenler inolivirte Melodie; man be-merkt, dass wir hier auf das Motiv tl in No. 9 zuriickgekommensind.
Dieser Satz bietet eine neue Erscheinung. Der langere Tondes zweiten Takts, in den das Motiv des ersten so entschiedenhineingeführt, bildet für unser Gefiihl einen Ruhepunkt, durch dender Satz in zwei deutlich unterscheidbare Halften zerfiillt. Durchden Ruhepunkt ist die erste Halfte schon mit einer gewissen Be-stimmtheit abgeschlossen und so zerfiillt unser Satz in zwei