Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

41

und inniger Vertiefung in die künstlerisclie Aufgabe. Er mussvielmehr daranf ausgehn, die Reihe der Gestaltungen so weit zuverfolgen, denn zu erschöpfen ist sie niramermehr, bis,er im Gestalten die höchsle GelauBgkeit erworben bat.

Vierter Abschnitt.

Satz und P er i o d e n b il du n g.

Bei der Gangbildung verfolgten wir unser Moliv in folgerech-ter Weise. Das Motiv war der einzige Gegenstand unsers Interesseund wollte daher wiederholt sein, so weit unser Interesse anihm dauerte. Daher ist jeder Gang an sich selber granzenlos,es ist in ihm kein Bediirt'uiss und kein Grnnd zu einem Abschlusse;dieser muss von aussen kommen; wir brechen den Gang ab, weilwir ihn nicht langer verfolgen wollen.

Anders verhalt es sich mit Satz und Periode. Beide fodernbestimmlen Abschluss; dem Triebe des Molivs, sich in das Unbe-stimmte hin fortzusetzen, trilt die bestimmende Form enlgegen;ihretwegen muss das Motiv aufgegeben oder geandert werden, wiez. B. in No. 3 mit dem letzten c geschlossen und in No. 5 daserwahlte Motiv a im dritten Takt umgeandert oder gegen einandres vertauscht werden mussle.

Beobachten wir dies an einigcn Fallen.

A. Satsbildung.

Wir knüpfen die Satzbildung an No. 5 an. In diesem Satzist der dritte Takt (das Motiv c aus No. 9) neu und schon dess-wegen von höherm Interesse. Versuchen wir, den ganzen Iuhaltdes Satzes beizubehalten, den anziehendsten Moment aber voran-zuslellen ,

At-

-j- -1

4

n

W r 3 &

9

4-

l-

so zeigt sich der-Vorzug von No. 5, wo jenes lebhaftere Motivnach dem ruhigern erweckend wirkte und mit Entschiedenheit zuEnde fiihrte, wahrend in No. 23 die anfangs lebhafte Bewegungerschlafft und gleichgiiltig zu Ende geht und das zuerst ergriffneMotiv weggeworfen wird.

Wir suchen die Belebung zu erhöhn, indem wir das lebhaftereMotiv zweimal seizen. Allein nun