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Weise — nur weit ausführlieher und stets in breiterer Ausführung,nicht etwa in blossen Audeulungen, wie wir in No. 16 bis 19gethan — wie zuvor aus dem Gang No. 2 und dem Motiv a alleferncrn Motive und Gange entwickelt worden sind. Nur diesesEnlwickeln, dieses fortwahrende U m -und Weiterbil-den hat bilden de Kraft, fördert also den Schiller wahrhaft,wahrend ohne diese Kraft jeder Einfall folgenlos hleibt. Ein Gold-stiick, das ich finde , hat nur eben seinen Geldwerlh für mich;eine Gescbicklichkeit, die ich rair erworben, kann fortwahrendFrucbt bringen.
Hierbei darf es nicht irre machen, dass alle bisher aufgewies-nen Gange, wenn man sie als wirkliche Kunst-Erzeugnisse schatzenwill, unstreitig nur sehr geringe Bedeulung haben und dass auchdas weiter aus ihnen zn Enlwickelnde nicht so bald Eigenlhümlichkeitund höhern Werlh boffen lasst; — wenn selbst bier und da eineanziehende Gestalt hervorlritt, kann sie in der Menge der übrigennicht zur Geltung kommen , da alle auf ein und derselben Grund-lage, der Durlonleiter, stellen und sclion desshalb einförmig wirken.Nicht einige gliickliche Bildungen könncn uns als Ziel unsersArbeitens geiten, sondern die erworbne Kraft des Bildens,die nach dem Maass ihrerEntfallung — und unsrer allgemcinen geistigenBegabung und Entwickelung nnerschöpfliche Frucht verheisst. DerSchiiler muss (dies sei ernstlichst wiederholt) nicht danach streben,das — vermeinllieh! — Interessante oder Eigenlhiimliche zu fin-den oder hervorzubringen ; gesuchtkann das ohnehin nicht werden, son-dern nur gewonnen aus einem selbslandig gewordnen Karakter
mussen auch Gange, soweit die Stimme reicht, gesungen werden, nnd zwarunter Benennung der Tune (z. B. Nr. 17. mit
c t d , c , ff e , y*, ff , d
u. s. w.) indem jeder Ton nicht etwa, wie bei dem Scalasingen, gehaltensondern nur kurz aber deutlich angegeken wird. Dieses Singen — oder nülhi-genfalls Pfeifen , weon die Stimme ganz unbrauchbar ist — beweist und bildetdie Vorstellungskraft am Sichersten.
Alle Gangübungen müssen viel weiter, als oben im Texte geschehn ist,forlgerdhrt werden, — wenigstens zwei Oktaven weit.
Die Ausbildung des V o r st e 11 u n gs v e r m ö ge n s , die hier beginnt(und die im gewöhnlichen Musikunterricht so heillos versaumt wird, dass manvon der Halfte besouders der Klavierspielenden sagen dürfte: sie spielen mittauben Okren) ist unerlassliche Grundlage für jedes tiefere Eindringen indie Musik, nicht blos für Komposition. Alles früher elwa Versaumtekann von hier aus nachgeholt werden — nnd muss es, wenn die Musik nichtewig ein todles Handthieren bleiben soll. Daher muss der Schuier unablassigtrachten, seine Motive und Gange ohne Hülfe des Instruments zu ersinnen;dann aber muss er alles IViedergeschriebne — jeden Gang, ehe er zum zweitengeht, — am Instrumente versuchen und spater bis zur Gelaufigkeit und Klar-heit durchspielen und durchsingen.