Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
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Weise nur weit ausführlieher und stets in breiterer Ausführung,nicht etwa in blossen Audeulungen, wie wir in No. 16 bis 19gethan wie zuvor aus dem Gang No. 2 und dem Motiv a alleferncrn Motive und Gange entwickelt worden sind. Nur diesesEnlwickeln, dieses fortwahrende U m -und Weiterbil-den hat bilden de Kraft, fördert also den Schiller wahrhaft,wahrend ohne diese Kraft jeder Einfall folgenlos hleibt. Ein Gold-stiick, das ich finde , hat nur eben seinen Geldwerlh für mich;eine Gescbicklichkeit, die ich rair erworben, kann fortwahrendFrucbt bringen.

Hierbei darf es nicht irre machen, dass alle bisher aufgewies-nen Gange, wenn man sie als wirkliche Kunst-Erzeugnisse schatzenwill, unstreitig nur sehr geringe Bedeulung haben und dass auchdas weiter aus ihnen zn Enlwickelnde nicht so bald Eigenlhümlichkeitund höhern Werlh boffen lasst; wenn selbst bier und da eineanziehende Gestalt hervorlritt, kann sie in der Menge der übrigennicht zur Geltung kommen , da alle auf ein und derselben Grund-lage, der Durlonleiter, stellen und sclion desshalb einförmig wirken.Nicht einige gliickliche Bildungen könncn uns als Ziel unsersArbeitens geiten, sondern die erworbne Kraft des Bildens,die nach dem Maass ihrerEntfallung und unsrer allgemcinen geistigenBegabung und Entwickelung nnerschöpfliche Frucht verheisst. DerSchiiler muss (dies sei ernstlichst wiederholt) nicht danach streben,das vermeinllieh! Interessante oder Eigenlhiimliche zu fin-den oder hervorzubringen ; gesuchtkann das ohnehin nicht werden, son-dern nur gewonnen aus einem selbslandig gewordnen Karakter

mussen auch Gange, soweit die Stimme reicht, gesungen werden, nnd zwarunter Benennung der Tune (z. B. Nr. 17. mit

c t d , c , ff e , y*, ff , d

u. s. w.) indem jeder Ton nicht etwa, wie bei dem Scalasingen, gehaltensondern nur kurz aber deutlich angegeken wird. Dieses Singen oder nülhi-genfalls Pfeifen , weon die Stimme ganz unbrauchbar ist beweist und bildetdie Vorstellungskraft am Sichersten.

Alle Gangübungen müssen viel weiter, als oben im Texte geschehn ist,forlgerdhrt werden, wenigstens zwei Oktaven weit.

Die Ausbildung des V o r st e 11 u n gs v e r m ö ge n s , die hier beginnt(und die im gewöhnlichen Musikunterricht so heillos versaumt wird, dass manvon der Halfte besouders der Klavierspielenden sagen dürfte: sie spielen mittauben Okren) ist unerlassliche Grundlage für jedes tiefere Eindringen indie Musik, nicht blos für Komposition. Alles früher elwa Versaumtekann von hier aus nachgeholt werden nnd muss es, wenn die Musik nichtewig ein todles Handthieren bleiben soll. Daher muss der Schuier unablassigtrachten, seine Motive und Gange ohne Hülfe des Instruments zu ersinnen;dann aber muss er alles IViedergeschriebne jeden Gang, ehe er zum zweitengeht, am Instrumente versuchen und spater bis zur Gelaufigkeit und Klar-heit durchspielen und durchsingen.