j Andre Verwendungsarlen werden sich noch künftig ergeben.
: Nun endlich zur Arbeit. Wir beginnen mit der Bildung von
Gangen. Denn Salze und Perioden fodern beslimmten Abschluss,Gange aber nicht; lelztere sind also an eine Bedingung wenigergebuuden und in sofern leichter herzustellen.
i
Dritter Abschnitt.
Gangbildung.
Der Gang ist (S. 31) eine Melodie ohne bestiramten Abschluss.Er entsteht aus der Fortführung eines Motivs auf eine beliebigeStrecke hin. Wir brauchen also
1. ein Motiv;
2. mussen wir irgend eine Weise der Verwendung des Motivs
\ haben,
wir mussen es wiederholen, oder versetzen — und zwar auf dieseoder jene Stufe — u. s. w.
Könneu wir nicht bald dieses bald jenes Motiv, bald diesebald jene Weise der Verwendung ergreifen? — Möglich war’ es;j aber es würde Gleichgültigkeit und Zerstreutheit in uns beweisen! (was uns werlh ist, halten wir wenigstens eine Zeitlang fesl)| und in den Hörern hervorrufen; denn woran soll sich ihr Anlheilkniipfcn, wenn sie von Einen zum Andern gezogen werden? Wirsprechen vielmehr
Beharren und Folgerichtigkeitals ersten Grundsatz für Komposition aus; was wir einmal ergriffen,dem bleiben wir treu, bis das Interesse, die Kraft des Motivs oder• der Verwendung erschöpft ist, oder eine andre Nothwendigkeit desWechsels eintritt. —
Als Motiv walden wir das einfachsle, a aus No. 9. Wir köu-nen es wiederholen, wie in No. 11. Allein dies ergiebt keineFortschreitung, keinen Gang; es ist Bewegung innerhalb eines 1'est-gehaltuen Raumes.
Wir können das Motiv versetzen. Enlweder auf die nachst-folgende Tonstufe (nach c — d auf e) wie schon in No. 2 geschehnj ist, oder auf die zweile schon dagewesne Tonslufe, wie hier
a
11. 9. W.
1' -f-4
u.
s. w.
v
■7^-. — r h
r 1~ '
~~é 9 —It
■fM -1—
^ d :
:xrr 1 h
■
F—
W J_ J-J
— 1 — -1-
—
■r*- Jt
7
| bei a, oder auf die vorhergehende Stufe, wie bei b, was einen hin-| abtührenden Gang ergeben wiirde.
3