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mehr Töuen, — um eine grössere Tonreihe nach ihrem Vorbildezu gestalten, die gleichsara eiu Keim oder Tri eb ist, aus dem diegrössere Tonreihe erwachst, nennen wir
Mo ti v;
die Melodie No 2 ist also aus dem Moliv zweier, slufenweis auf-sleigender Vierleltöne, — wir stellen es hier unter a
abc (1
auf, — hervorgegangen. Dasselbe Motiv a sehen wir in den beidenersten Takten von No. 4, 5 und 7.
In No. 3 erkennen wir ein ahnliches Motiv; es sind wieder(man sehe No. 9, b) zwei slufenweis aul'steigende Viertel. Alleinsie treten im Auftakt auf; nicht das erste (wie bei u) sondern daszweile ist Hauplton und erhalt den Nachdruck. Die Melodie JNo. 3ist lediglich aus diesem Motiv gebildet. Dagegen linden wir in No. 5im dritten Takt ein Motiv von drei slufenweis aufsleigenden Tonen(oben No. 9, c) der Geltung nach von einem Viertel und zweiAchleln. Und da es von uns abhangt, eine beliebige Zahl von To-nen als Moliv zusammenzufassen, so könnten wir aus No. 5 ebenso-wohl die beiden letzten Takte als Motiv (oben d ) festhalten 1 ).
Schon hier ist klar, dass es an Motiven niemals fehlenkann. Jede Notenzeile bietet deren, die Verbindung von zwei odermehr beliebigen Tonen in beliebiger Geltung kann möglicher Weiseals Moliv dienen.
Können in der That die Töne ganz beliebig verbonden wer-den? Könnte man auf diesem Wege nicht Töne aneinander bringen,die sïch nicht verbinden lassen, die keinen vernünftigen Zusam-menhang haben? — Wir diirfen diese Frage bei Seite schieben,weil wir slels einen sichern Anhalt fiir diesen nothwendigen Zusam-menhang haben werden. Jetzt dient uns die diatonische Durtonlei-ter als Anhalt; so lange wir an ihr festhalten, gehen wir sicher.Künflig werden wir noch andre Anhalte oder Grundlagen (S. 23)linden.
Wird aberjedes brauchbare Motiv auch interessant, von kiinst-lerischem Wertbe sein? — Diese Frag^ ist unzulassig und unrich-tig zugleich. Unzulassig, weil wir nicht in kunstschmeckerischeWahligkeit (S. 13) verfallen, sondern uns üben und nach allenRichtuugen bethatigen wollen; unrichtig, weil nicht das Motiv fiirsich, sondern dasselbe und seine Verwendung den künstlerischenWerth bedingt. Meistersatze sind schon aus den scheinbar gering-
1) Der Schuier suche sich aus den Melodien No. 2 bis 7 noch mehr Mo-live heraus*
Marx, Komp. L. I. 4. Aufl.
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