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aus dieser Betrachtung für künstlerisches Schaffen zu zeigen.Bei jedem neu zutreleuden Gebilde wird nach der Betrachtung sei-nes Wesens zuerst die Riickwirkung aul' frühere Bildungsspha-ren, dann die Fortwirkung zu erwagen sein. Bei den zusara-mengesetzten Formungen wird für den nicht durchgebildelen Musi-ker oft die Unmöglichkeit einleuchlend, alle Verhallnisse und Be-dingungen zugleieh zu fassen. Hier giebt nun die Lehre erleichterndeoder anbahnende Maximen au die Hand, dfcrgleichen an mancbeniOrte nicht wohl zu enlbehren, die aber noch weniger, als die einst-weiligen Kunstregeln, deren obeu gedacht wurde, als absolute Ge-selze angesehn sein wollen.
Die Tbaligkeit des Jiingers muss sich diesem Gang eng an-schliessen. Erst muss ihm das Wesen jedes ihm gegebnen, odervon ihm erfundnen Gebildes zur Empfindung und geistigen An-s c h a u u n g und zurUeberzeugungin seinem künstlerischenGewissen kommen. Von dieser Erkenntniss muss er die verschied-nen Wege nachgehn, auf denen die Lehre zu neuen Bildungenfortschreitet. Jeden dieser Wege aber, die von der Lehre nur an-gebahnt werden, muss er, so weit es möglieh ist, in unablassigemVersuchen und Weilerbilden fortselzen, um soviel Gestaltun-gen wie möglieh selbst hervorgebracht und sich vor Augen ge-stellt zu hahen, und damit eben den höchsten Grad von Gewandtheitund Gelaufigkeit im Bilden zu erlangen; bis Anschauung und Dar-slellung, Empfinden und Bilden unlrennbar verschmelzen und zulelztdas unmittelbare Gefühl auch da sich treffend ausspricht, wo dasleitende klare Bewusstscin nicht hinfolgen kann. — Eine Seitedieser Gewandtheit ist: Alles, was die Lehre der Kürze und Be-quemlichkeit wegen uur in einer oder wenigen Tonarten nachweist,in jeder beliebigen Tonart mit Leichtigkeit darstellen zukönnen*). Eine andre, für die angewandte Kompositiou und vollen-dete Bildung unerlassliche Foderung ist: das Erfundne in jedem derüblichen Schlüssel, partiturmiissig ebensowohl, als in gedriingtermAuszuge, mit Leichtigkeit abfassen zu können. Anleitung dazu fin-
") Hierzu — überhaupt zur Nachholung (lessen, was der Unterriclit in Spielund Gesang meistens versaumt, zurErweckung und Erhühung der eignen Vorstel-lungs- und Aufiassungskrart — giebt die Koinpositionslehre beilaufig aber genü-gend Anlass. Die bierauf, überhaupt auf Methode und Einiibung bezüglichenMittheilungen sind grösstentheils als Anmerkungen nnter fortlaufenden Num-mern (1)... . 2) u . s. w.) gegeben. Auoh die spiitern unler a). .. b) u. s. w. ein-getührten Anmerkungen geboren dab in. Die wichtigsten Gegenstiinde fürdie Debung sind durch bestimmte Rubrikeu als „erste Aufgabe, zweite"u. s. w. hervorgehoben worden. Diese müssen bis zu vollkominener Gelaufigkeitdurebgearbeitet werden. Die nicht besonders hervorgebobenen Aufgaben wird derlleissige Scbüler ebenfalis nicht versiiumen, wenigstens gelegentlich und von Zeitzu Zeit sich auch an ihnen versuchen.blurx, Iiomp. L. I. 4. Aufl.
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