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(let sieh fiir die ihrer Bedürfenden in der allgemeinen Masiklehre.Diese Schreib- uiid Lesefertigkeil kann neben dein Studium der rei-nen Kompositionslehre leicbt errungen, moge jedocb nicbt bei den Ar-beiten diesesSLudiums angewendet werden, weiles in diesem Zeilraumevom Zusammenfassen der Gedanken, besonders der Slimmen abzieht.
Alles, was geschalTen werden soll, muss der Jünger vermogen,obne liülfe eines Instrumentes klar und sicher sieh vorzu-stellen. Dies ist nichlblos ausserlich nothwendig, weil nicbt immer einInstrument zur Hand ist, und grössere Kombinationen sieh doch nicbtaul' irgend eiuem Instrumeute verwirklieben lassen, auch das Probiren(oder gar Zusammeusuchen) von Orcbesler- und Gesangsiitzen amKlavier leicbt dazu verleitet, klaviermassig, statt orchesler- oder ge-sangmassig zu schreiben: es ist auch unerlasslich, dem IdeengangeSelbstiindigkeit und höhere Sicherheit zu verleihn. Der allmahlige undstufenweise Gang der Lehre wird diese Fahigkeit in jedcm, der vomersten Beginn sein V 7 orstellungsvermögen übt und sieh der ausser-lichen Hüü'smitlel enlhalt, sicher erziehen.
Was man sichnun vorstelltoder ersonnen bat, das muss raseb,entscbieden, wo möglich in Einem Zuge niedergeschriebenwerden, ohne Zaudern, selbst wenn sieb wahreud der AbfassungZweifel geilend macheu. Ist aber dieser erste Entwurf geschlossen,daim kommt die Arbeit der Prüfung nach allen Seiten, nach allen ebeugeitenden Vorschriften, erst ohne, dann mit Hiill'e des Instruments.Diese Prüfung muss von der Idee und Anlage des Ganzen beginnenund mit Ausdauer und Scharfe bis in die einzelnen Bestaudtheiledringen. Scharf und klar und frei ersiunen, rasch undkühn entwerfen, gewissenhaft, eigensinnig prüfen, —das siud die drei nach einander eintretenden Pflichten des Künstlers.
Erst wenn irgend ein Hauptabschnitt, z. B. von dem zwei- unddoppelzweistimmigen Satz, oder von der Modulalion, ganz durehgear-beitet und zugleieb die Fahigkeit, aus freiem Geist, ohne Hülfsmittelzu arbeiten, binlanglich bewiihrt ist: erst dann ist es rathsam, amKlavier durch Improvisation in dem gegebnen Sloffe den Sinn zuerfrischen, und zugleich sieh zu gewöhnen, die im Innern sieh ent-faltenden Ideen sogleich durch Töne zu verwirklieben. Auch aus die-sem Grund ist Ferligkeit auf dem Pianoforte eine höchst fördersameAusrüstung fürden Tonsetzer. Andre Instrumeute köiinen dieses nacbstder Orgel umfassendste Instrument nur sehr unzulanglicb ersetzen.
Endlich aber ist besonders für die spatern Abschnilte der Lehre dasStudium von Meisterwerken fürden Jünger von der höchsten Wiehtig-keit, wenn er nicbt blos merkt, was in ihnen geschehn ist, sondernauch untersuebt, aus welcbenGründen der Meister so und nichtanders verfahren, welche andern Wege sieh ihm dargeboten und wohinsie gefübrt hatten.