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1 (1852)
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Jünger nicht die Ordnung des Lehrgangs verlassen, wenn er sienicht für die weitere Folge zerriitten will; dass diese Ordnungnicht ohne tiefere Gründe getroffen worden, kann nicht hier, son-dern nur aus den Entwickelungen der Musikwisseuschaft geprüftwerden; der Schuier muss es einstweilen für wahr nehmen.Zweitens ist bald zu bemerken, dassin spatern Abschniltcn derLehre Gebote zuriickgenommen oder doch beschriinkt werden, diein frühern unbeschrankt erlheilt werden mussten, dass z. B. dieAkkordentwickelung endlich auf Folgen von offenbaren Quintenlïihrt, die zuvor ausdriicklich verboten waren. Allein dies geschiehtnicht aus Inkonsequenz der Lehre, oder Uebereilung bei den an-1'iinglichen Vorschriften, sondern weil erst der Fortschritt dasneue Recht hervorbringt, die früher nothwendige Beschrankunggerechlerweise aufhehen kann, weil die ganze Kunst und Lehr-entwickelung nichtsAnderes ist, als stetig fortschreitendeBefreiung von den Schranken der anfanglichen Dürf-tig keit.

11 . Iiedeutung der Hunstgesetze .

Denn die achte Kunstlehre bat Höheres und Wahrhafteres zurAufgabe, als nach willkürlicher Benutzung oder irgend welchenvon aussen hereingeholten oder aus einseitiger Wahrnehmung ge-schöpflen Gesetzen (z. B. dass Etwas mehr oder weniger ange-nehm klinge) Einiges als ,,falsch absolut zu verhielen undAnderes als nolhwendig oder ,,richtig absolut vorzuschreiben,wie frühere Theoreliker*) wohl beliebten. Die Idee der Kunstist zu lief und deren Aufgabe durch alle Jahrhunderte zuumfassend, als dass mit dergleichen Gesetzgeberei viel auszurichtenware. Nur jene Idee ist der Kunst eignes oberstes Gesetz; nurdiesem Gesetze ist alles im Kunstleben Erscheinende aber ihm unbedingt unterworfen. An sich selberisl scblechthin Nichts absolut falsch oder richtig, sondernAlles recht und nolhwendig, soweit es der Idee dient, und Allesfalsch und unzulassig, soweit nicht. Daher eben ist geistige Durch-bildung nölhig, wenn die Idee der Kunst in ihrer Tiefe undWahrheit erfasst werden soll**); daher ist es die unerschöpllichereiche und wichtige Aufgabe der Kunstbildung, der sich jedeKunstlehre untcrziehen muss, Alles nach seinem Wesen und Sinn

*) uad Neuerc! Vergt, meine Schrift:Die atte Musiklehre imStreit mit unsrer Zeit., (Breitkopf und Hiirlel) die ich allen Lehrernzur Beherzigung in die Hand geben rnöchte.

"") Hierüber wirddie Musikwissenschaft" Naiheres zu bringen baben.