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1 (1852)
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jelzt auch harmonisch begründet und die Molltonleiter mit ih-rem Gefolge neuer Akkorde aufgefunden.

In der Tonleiter hat sïch schon der Gegensatz von Toni-ka und Tonleiter ergeben, der sich in den beiden Massen derNaturharmonie noch vollkommner ausspricht und in der ausgebil-deten Harmonie sich vollendet zu tonischem Dreiklang undDominantakkord, oder, genau genommen, dem InbegrilTaller übrigen Akkorde. Derselbe Gegensatz kehrt in reicherer Aus-bildung wieder, wenn wir weiter dahin gelangen, in der Modula-tion aus dem urspriinglichen und Hauptton in fremde oder Ne-bentöne iiberzugehn , also in ein em Tonstiicke verschiedneTonarten zu verbinden und einander entgegen zu setzen,wiefrülier die übrigen Akkorde dem tonischen Dreiklange, die zweiteharmonische Masse der ersten, die Tonleiter der Tonika.

Hierdurch ist nicht nur der Akkordreichlhum vermehrt, son-dern es sind in der sinnigen Verkniipfung verschiedner Tonartenzu einem Ganzen auch die modulatorischeu Grundzüge zualler Art gröss erer Konstruktionen oder Iiunstformen gefun-den. Beilaufig bieten die Akkorde neue Grundl'ormen fürMelodie; in gleichem Schrille mit der Enlwickelung der Harmo-nie geht die Kunst, eine einfache Melodie Ton fïir Ton zu be-gleiten, vorwarls; die einfaclisten Formen des Vors piel s unddie harmonischen Grundlagen zur Liedkomposition erge-ben sich neben all diesen Studiën.

Von hier aus enthüllt sich nun die andre Seite der Harmonie,nach der hinsie als Verbindung gleichzeitiger Ton rei henerscheint. Die Tonreihen streben jede zu einer in sich abgeschloss-nen und für sich befriedigenden melodischcn Gestalt; sie werdenStimmen. Um sich melodisch auszubilden , rufen sie in den Um-kreis der Harmonien die harmoniefremden Töne, V 7 orhalte, Durch-* giinge, Hülfstöne u. s. w., die wieder neue Akkorde, Modula-tioncn u. s. w. nach sich ziehn.

Die Begleitung wird freier und reicher, man ist im Besitzevielfacher Mittel, Begleitung oder Nebenstimmen von einerHauptstimme zu unterscheiden. Die Behandlung des Cho-ra ls wird gezeigt. Der Choral führt aber zu der praklischenLehre von den Kirchen-Tonarten, nicht blos wegen der Be-handlung der in ihnen geselzten Chorale, sondern auch, weil selbstdie Abwcichungen des alten Tonarten - Systems unserm neuern Sy-stem zur Beslatigung und Befestigung gereichen. Die Enlwickelungder Durchgange wird vollendet, alle bisherigen Tonbildungen wer-den zur Begleitung welllicher Mclodien verwendet.

Hiermil ist nun Melodik und Ilarmonik vollstandig behandeltund schon zu mannigf'achen Kunslzwecken angewendet. Diese An-