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Wesen der Kunst entfremden. Ja, die abgesonderte Betrachlunglasst sich nicht einmal theoretisch durchfiihren. Die Lehre von derMelodie hangt nicht nur unzertrennlich mit Rhythmik und Forin-lehre zusaramen, sondern beruht auch Iheilweis auf Harmonik undKontrapunkt, so wie dieser ohne alle genannleu Lehrfacher unmög-lich ist. Nur ein Theil des Stoffes, die Yerwendung bestimmterInslrumente und des Gesanges, kann eine Zeit lang bei Seite ge-lassen werden; und dies benutzen wir, um nicht die Masse desunzertrennl zu Beobachtenden iinnöthig zu haufen. So trilt also dieKompositionslehre vor allem in zwei grosse Partien aus-einander; in:
die reine Kompositionslehreund
die angewandte Kompositionslehre.
Die lelztere Partie enthalt die Lehre voin Instrumental- undVokalsatz, von der Verbindung der Musik mit kirchlicben oderdramatischen Zwecken; die erstere begreift, mit Ausschluss des dieInstrumental- und Gesangbehaudlung Angehenden, den übrigen ge-sammlen Inhalt der Kompositionslehre*).
5. Gang der reinen Kompositionslehre.
Die reine Kompositionslehre beginnt ihre Entwickelung mitder einfachsten Gestaltung, namlich der einfacheu Tonreihe. Ausder ersten Grundlage, der diatonischen Tonleiter (undzwar der Durgattung), enlwickelt sich, uuter Zutritt des Rhythmus,die Melodie; und damit erscheinen zugleich die Grundformenaller Musikhildungen: Periode, Satz und Gang. UnterFortwirkung aller dieser Kunstelemente und Kunstgedanken betre-ten wir die zwei te Grundlage, die aus der Touika aufsteigende ,Harmonie, die sogleich in zwei Massen sich darstellt und im Ge-gensatz zu der kunstmassig ausgebildeten Harmonie Na t u rh a rmo-nie genannt wird. Sie giebt nicht nur neuen melodischen Sloff, son-dern wird auch Grundlage des z we i s t i m mi g e n Satzes. In die-sem tiefern Element entwickeln sich schon aus der Periode dieFormen einfacher Tonstücke in zwei und drei Theilen.
Aus den beiden harmonischen Massen trilt nun in steter Fol-gerichtigkeit das Akkordwesen hervor. Die Durtonleiter wird
") Die reine Kompositionslehre ist im vorliegenden ersten und dem, 1847in dritter Auflage erschienenen zweiten Tlieile, — die angewandte Komposi-tionslehre ist im dritten uud vierteu (1848 und 1851 in zweiler Auflageerschienenen) Tlieile gegeten.