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It o mp o si ti o n s I eh r e ibrem ganzen In hal te nach zu tas-sen; denn er triigt das, worauf sie allein beruht, sehon in seinemBusen. Die Lehre bat kein anderes Geschaft, als: diesen Sinn zuBewusstsein und Reile zu bringen, iiidem sie ihn durch die gestal-tenüberreicbe Welt der Kunst hindurch geleitet und an ilmen allenbereiehert und kraftigt.
3. TVeitere Besiirnmumj der Kompositionslehre.
Mit diesem wichtigsten Berufe, die kiinstlerische Erkenntnisszu wecken und zu entfalten, bietet sich die Kompositionslehre nichtblos dem künftigen Komponisten als unerlassliche Schule, sondernauch Jedem, dem als Iiunstfreund, ausiibenden Künst-ler, besonders aber als Dirigenten oder Lehrer in irgendeinem Zweige der Kunst au vertrauter, lieferer Bekanntschaft mitder Kunst gelegen ist; tiefes Eindringen in die Kunst und ihreWerke, sichre Erkenntniss, reiche und vielseitige Entfallung dermusikalischen Anlage kann nur sie gewahren.
Denn die Musik ist — wie der erste Hinblick jeden überzeugt— ein Inbegriff unzahliger höchst mannigfalliger, vielfachst von ein-ander abweichender, vielfaltigst mit einander sich verbindender undverschmelzender Wesen und Gestalten, die dem Hörer fliichtig undunaufhaltsam wie das Wehen der Lüfte vorübergleiten, die selbst demLeser und Ausiibenden, der sie festhalten und durchdenken möchte,Bliek und Gedanken durch rastlosen Wechsel verwirreu: wenn ernicht den Spruch kennt, der das tausendfaltige Ralhsel ihres Daseinslöset, wenn er nicht mitlhatiger Zeuge all’ dieser Bildungen ge-wesen ist, was er eben nur an der Hand der Kompositionslehrewird. Ohne die von ihr gewahrte Bildung kann man von denWerken der Kunst einen flüchtigern oder tiefern Eindruck empfan-gen, man kann bei einer allgemeinen, nicht auf den letzten Grunddringenden Unterweisung sie obenhin verstehn , bisweilen (aber nieganz sicher) sie gliicklich darstellen, in langer Erfahrung sich einegewisse — freilich höchst unzuverliissige Kennerschafl erwerben,oder endlich auf wissenscbafllichem Wege den allgemeinen JBegritfder Sache fassen. Aber sie ganz zu verstehn und zu durchdrin-gen, ihren ganzen Inhalt sicher zu gewinnen, ihr so vertraut zusein, dass jeder einzelne Zug und die Gesammtheit aller im Kunst-werk uns gereift, vorbereitet, in vollster Empfanglichkeit trifft, injedem Einzelnen wie im Ganzen der Geist und Wille des Künst-lers uns durchleuchtet und entziindet, dass wir den Geist und Ge-halt des reichsten Weikes auf den unstaten Ton wellen sicher er-fassen : das ist nur durchdringendem Studium erlaugbar. Beson-
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