XVII
Wesentliches von Zufalligem zu unterscheiden weiss, undmit unzahlichen Versuchen doch niemals die Aufgabe er-schöpft zu haben boffen darf? — Hatte icb ein mechanischesReglement, nach dessen Anweisungen manTöneund Akkordemannigfaltig ohne zu übleFolgen durcheinanderwürfelnkann,ibnen gegenüber zu vertheidigen gewusst? — Oder batte icban ihre immer reichern und lebendigern Arbeiten mit denübelbegriindeten Geschmacksentenzen einer frübern Lehre,mit zwiingenden statt fördernden Regeln, mit Verbot undSchranke statt mit Rath und Hülfe herantreten dtirfen? DasinnereBewusstsein eines Jeden und jeder Bliek in dieKunst-werke batte mich widerlegt.
Nur in den Werken und dem Wesen der Kunst, undzwar in dem Bewusstsein eines Jeden von der Kunst, warBegriindung, die Weise und vollstandige Ausführung einerKunstlehre zu linden. Erlauterung, die sich an das unmittel-bare Bewusstsein eines Jeden wandte (Einleit. 1.), und Vor-bilden unter fortwiibrender Prüfung der verschiednen sichöffnenden Wege und derFolgen, Beides in unmittelbaremlebendigern Entstebn, aber ernst erwogner Anordnung, —dann erst Durchforschung der Meisterwerke fiir jede Form,— von derZuhörer Seite fortwahrendes künstlerisches Schaf-fen und Bilden, — endlich gemeinsame Betrachtung undKritik der Arbeiten und Muster: das ward der Inhalt derLehre j ununterbrochne Thatkraftigkeit und Freudigkeit derJiinger des Lehrers nüchster Lobn. Auch dureb die fremd-artige Arbeit wissenschaftlicher Begründung durfte das Kunst-leben nicht gestort werden ; jene blieb besondern reinwissen-schaftlichen Vorlesungen überwiesen.
Dies war das Geschaft erst von drei, dann vier halbjah-rigen Kursen. Der unmittelbare Wiederhall davon ist diesesWerk mit seinen vier Theilen. Bei der Abfassung - desselbenschwand die letzte iVebelscbicht des Vorurtheils dahin, dasLehre und Schaliën als entgegengesetzte, in einer Personunvereinbare Funktioncn und Ricbtungen des Geistes zu be-