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ihre Freude, an die Stelle widerkünstlerischer Vorarbeitenkonnte kiinstlerisches Bilden und Geniessen treten.
Doch, dies gründlicher zu erörtern, findet sicli erst spa-ter die giinstige Stelle.
Was sicli so zu eigner Bildung' immer mehr (denn werlernt aus! und wie weit weiss sicli der Verfasser von seinemZiel!) herausarbeitcle, kam erst nacli mehrjarigem Privat-unterricliten, dann in öffentlicher Lehre zur praktischen Er-probung, nachdem vor sieben Jahren ein Lelirstuhl der Mu-sik für micli an hiesiger Universitat gegründet worden war.Propadeutische, geschichtliche, kunstphilosopbisclie Vortragemussten schon dem akademischen Standpunkte gemiiss scharfgeschieden werden von der durchaus praktischen Kompo-sitionslehre. Wiewohl aueh sie im ersten noch zweifelhaftenBeginnen in der reinen Form akademischer Vorlesungen'auf-trat, fiihrle doch gar bald der wachsende Kreis und Antheilder Zuhörer, denen sicli Musikjiinger und Musiklehrer blei-bend ansclilossen, nehen den Vortragen zu seminaristischenVersammlungen , dem Austausch , Yortrag, der Kritik undUmarbeitung der Kompositionsversuche gewidmet.
Hier galt es nun, den Begriff der Kompositionslehrescharf zu fassen und zu halten, ihm Walirheit und Wirklicli-keit zu geben. Hier war mir eine der Kunst, der Wissen-schaft gewidmete Jugend gegeniiher, und Jeder braclite das-selbe Verlangen mit, das in mir aus erster Knahenzeit auf-gewachsen war. Wie nalürlich und beseelend war der Wunscli,ihnen durch meine Nachtwachen und Schmerzen frohe undreiche Tage gekauft zu haben! Hiitte ich vermocht, ihnendie beglückende Tliat, das Schaffen, das die höclisie Freudeund Lehre der Kunst ist, vorzuenthalten, und sie in jeneUebungen zu verstricken , die so lange (und noch jetzt viel-faltig!) die unfruchtbare Qual der Kompositionsschüler ge-wesen sind ? — Hiitte ich einer geistig vorgebildeten Jugendmit dumpfbewusstloser Routine gegenüber treten können,die unzaliliger Versuche und Mühen braucht, weil sie nicht