XV
Alles ohne alle Ausnahme aus ilrni zu schöpfen, auf ihn zurtick-zubeziehn vermöge, eine Kunstlehre, (He da seheide Inhultund Form (Geist von — Leiehnam), Schaffen und Mecha-nik, lehrhareTheile(Harmonie, Kontrapunkt) von nicht lehr-haren (Melodie, Gestaltung) — die es über sieh vermöge,die innere Einheit und nothwendige Vollstiindigkeit ihrersclhst aufzugeben : eine solche hatte dieAufgahe nicht gelost,so verdienstlich und unentbehrlieh sie auch als Vorarbeit ge-wesen sein mochte. Wenn man behaupten hörte: Melodiesei nicht zu lehren, sondern Sache des Naturells, — so lagdie Bemerkung nalie, dass ja auch üher Melodie Grund-salze zu linden seien*) und dass ja auch in der Harmoniedas hühere Vollbringen von Talent oder Genius bedingt sei.Wenn als Urgrund aller harmonischen Regeln zuletzt dochüherall derWohlklang, das sinnlich Gelullende hervorbliekte:so sprachen zu laut alle Kunstwerke — und die höchsten amentschiedenstcn — eine ganz andre Tendenz aus, als Ver-gnügung des Sinnes$ und die Theorien selbst wagten nichtjenes niedre Prinzip zu bekennen oder festzuhalten. Wennvon so vielen Formen nur so wenige, und diese gewisser-maassen nur um ihrer vermeintlichen Schwierigkeit willen,als hesondre Aufgahen für den rechnenden und kombiniren-den Verstand, in den Lehrkreis gezogen wurden: so mussteman schon aus Unparteilichkeit nach den tibrigen umhlicken,und bald offenbarte sieh die Nothwendigkeit einer jeden,allgemach trat ihr innerer Zusammenhang hervor, erschienjede vom Geist der Kunst gehildet und beseelt, keine alstodter Mechanismus, keine an ihrer Stelle schvvieriger, alsdie andre. Jede Form war Kunst und so hatte jede Lehrstute
*) Nur Rcicha war auf der Spur* dieser YVahrlieil, erwies und schalt dieEinseifigkeit der bisherigcn Lehre , konnte aber nicht durcbdringen; sein Man-gel an höherm Bewusslsein vnin VVeseu der Kunst und an Methode und dieIïarthörigkeil der alten Schule hinderlen ihn ungeachtet grosser technischer Be-fiihigung, die ihin vor den gleichzeitigen Tonlehrern zu Gebote stand, an derVoIIIÏih rung dessen, was ei- als das Rechle and Nothwendige im Siune tnig.