Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
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XIII
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Dies konnte weder Liebe noch eignen Schaffensdrangmindern. Und wenn eine Zeit lang sogar dieZabl derKunst-werke, an denen man sich hiitte erbauen mogen, garsehr be-scbrünkt war: so wurden die wenigen zuganglichen um soerpichter gefasst, mit Verliebtheit gehegt, berumgetragen,mit tbatdürstigem Eifer immer neu durcbforscbt 5 jeder neueErwerb (namentlich der ersten Partitur, von Mozarts Re-quiem) war ein Ereigniss, die Aneignung eines neuen Künst-lers: nach Mozart Haydn, dann Beethoven, Handel,Gluck, zuletzt Bach, Vieler neben diesen geliebtesten nichtzu gedenken, konnte eine Lebensepoche heissen.

Wèlcher Gedanke lag der Liebe fïir solcbe Werke niiber,als dass der Beruf eines Künstlers ein heiligersei und dass man nur durch reifste Vorbereitungwiirdig werden könne, sich auf die Pfade jenerHohen, wennauch schüchtern und von ferne, nachzuwagen? Es wucbsenallmahlig Ideen zu eignen Schöpfungen in mir, deren Ausfiih-rung ich noch jetzt als die tbeuerste Aufgabe meines Lebensbevorstebn sehe, zu denen hin alles andre. meist sorgsamverheblte Schaffen und Bilden nur als Vorbereitung erschien.Mit gieriger Hand wurden alle irgend zuganglichen Lehr-bücher ergriffen und in harten Nachtwachen streng durchar-beitet, wenn so manche Tagesstunde fremden Pfliehten gebie-terisch verfallen*war. Wie schwer driickten so weite Umwegeauf das Verlangen, jene Ideen und Plane bald, endlich aus-zufiihren! Bisweilen konnte nur Erinnerung an so Grösseretrosten, an Haydn, an Gluck, die erst spat zu ihren höch-sten Werken gelangt waren und noch spat, erst da die Kraftdes Vollbringens bewahrt batten, oder an jenen früh ge-liebten Mozart, der soviel theure Stunden, gar in seinen reif-sten Jahren, unfruchtbarem und unerwünschtem Konzert-und Lektionenwesen hatte dahingeben mussen , auch mitschwerenSeufzern. Zuletzt war es die unermesslicheMeister-schaft Bachs, die den Entschluss stahlte. Er war wieAlles dèm Menschen zur rechten Zeit gegeben wird in