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1 (1852)
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gar eitelm Selbstgenügen beimessen dürfen, sondern uur derneubefestigten Ueberzeugung. Auch jetzt, wie in der drittenAusgabe *) , scheint sicb mir die Aufgabe einer Kunstlebredahin auszusprechen:

dass sie durchdringendste 'und umfassendste Kunst-erkenntniss in Bewusslsein und Gefühl des Jüngersverwondde und sofort zu Mins tier ischer That hervor-treibe.

Nicht abstraktes Wissen und nicht technische Abrichtungkönnen Kunstbildung erzielen oder auch nur vorbereitenjsie sind beide das Gegentheil des künstlerischen Wesens undes ist die Erbsünde der alten Lehre**), dass sie iiber diesewiderkünstlerische Tendenz nicht hinausgehn, nicht vonihr hat lassen wollen. Aber eben so wenig kann der beson-nene Kenner der Kunst neuerliche Lehrversuche billigen,die darauf hinzielen (wie vor einem Jahrbunderl Riepel undspater Logier nicht ohne Witz und Lebrgeschick gethan)liusserlich zur Anfertigung von Tonstücken anzulernen, dieKunst zu mechanisiren, statt in den Geist des Jüngers ein-zupflanzen und aus ihm lebenvoll hervorzurufen. Yielmehrmuss wie die That des Künstlers nur aus seinem eignenfreien, von der Wahrbeit ganz durchdrungnen Geiste gebo-ren wird und wie sie nicht Metier, nicht abstrakter Gedanke,sondern Geist in Verkörperung ist, so innig wie der Blenschselber Geist und Körper in unzertrennter Einheit dieKunstlehre fortwahrend trachten, zur lebendigsten überzeu-gungsvollsten Anschauung und aus dieser zu rüstiger undfreudiger That überzuführen , mit Beidem aber jene Sicber-heit, die auf eignem überzeugungsfestem Erlebniss berubtund jenen sehnsuchtvollen Drang nach neuen Thaten undFortschritten zu erziehn, die, wie mir scheint, Bedingungund Kennzeichen wahrhaft künstlerischen Lebens sind.

*) Die friihern Ausgaben sind aus den Jahren 1837, 1841,1846.

**) Vergl. darüber die zuniichst fiir Lehrer bestiminte Schrift: ,,Die alteMusiklehre im Streit mit unserer Zeit, bei Breilkopf und Hartel.