VI
zum Handereichen einander nabestellenden, — dass dorzuchtlose Ziichtiger Aristophanes als eben so viel Standwil-der lielleniseher Lebensmomente zu uns herüberschaun. Inder modernen Kultur- und Standezerkliiftung und Interessen-versplitterung bildern uns die Kiinstler je nacb ihren Rich-tungen die Bezielmngen und Bildungskreise ab, die sich indas zerfahrne Nalionaldasein getheilt baben. Wie einst derMinnesang' das Rittertbum, der Meistcrsang die Ziinftigkeit,so spiegelt Goethe die Gemüthstiefe und Geistesniachl desDeutschen ausjener Zeit unsrer Vitter tagesklar wieder, woes erlauht und möglich war, sich staatslos und geschichtslosan den natürlichen und Familien- und allgemeinmenschlichenBezielmngen genügen zu lassen, — so schwarmt neben ihmSchiller den realitatlosen um so berauschendern Dithyram-bus der deutschen Jugend init, jene ixiontische Liebe, diesehnende Arine nacb Wolkengebilden emporstreckt ausder anwidernden Kleinliehkeit und Peinliehkeit der Verhalt-nisse, unkundig noch und unmachtig, die Wirklichkeit edlerzu gestalten — und doch segenschwangere Prophezeihungauch fiir unsre, der Nachgehornen, Zukunft, die sich aus derjetzigen Versunkenheit in Gewaltthat und Heuchelei, Trugund Selbsterniedrigung — und trotz ihrer gereinigt, gesun-det und heilvoll erbaun soll.
Gleiches, Zug um Zug, ist auf dem Antlitz der Ton-kunst zu lesen 3 auch sie lebt unser Leben mit, tont unsreFreuden und Leiden wieder, sinkt mit der schwachlichenund verderbten Zeit und erhebt sich mit der gesundenden,fiir jede Schicht und Richtung des Volkslebens der getreueWiederhall. So war es stets, so ist es jetzt. Weder sie nochdas Dasein des Volks ist ohne diese Erkenntniss vollstandi» -
O
zu hegreifen. D^s glanzende Leer des Salonlebens, — dieAh gespannlheit des Geschafts, die sich an abgenulztenLiebes- und Intriguenspassen restauriren oder vergessenmöchte,— die Blasirtheit der „Gesellschafl“ und die „MixedPiccles a zusammengezerrter Eftekte und Kontraste, Sussen