Vorreile
zur vierten Ausgabe.
Die vierte Ausgabe eines Werks, das sich dem Diensteder Kunst in ilirer Lauterkeit und Tiefe widmet, inmitteneiner Zeit, die auf diesem und andern Gebieten des allge-meinen Völkerlebens keineswegs vom Siege des Reinen undWahrhaftigen Zeugniss giebt: sie soll dem Verfasser zunachstUnterpfand sein, dass hier und allerwarts Viele mit ihm ge-meinsam ausbarren in Lieb’ und Treue zu dem von denedelsten Geistern Errungenen, in unerschütterlicher ZuVer-sicht auf den Sieg der guten Sache, wie wirr und falsch,wie vernebelt und tückisch und fratzenhaft uns auch manchböser Tag in’s Antlitz höhne. Ein Volk, Ein Leben, EinFortschritt, Ein Versinken im Ganzen und allen einzelnenLebensströmungen. Mochten auch Gleissnerei und llüchtigeSelbsttausclmng uns tröstlicliere Ausllucht links oder rechtsvorgaukeln: Niemand kann wahnen und hoffien , dass in sei-nem Gebiet besserer Sinn zur Geltung komme, denn imallgemeinen Volksdasein. Am wenigsten im Lebenskreiseder Kunst. Der Künstler, — wo er auch sleh’ und wie ersich stelle, welchen entlegensten Aufgaben er sich auchwidme, — vor allen Andern ist Er das Kind seiner Zeitund seines Volks. Stimmung, Anschauurig, Idee, selbsl dieMittel seines Wirkens, Alles gehort seinem Volk und seinerZeit an, seine Schöpfung ist das Ideal — das vergeistigteAbbild der Welt, des Augenblicks, in dem er gelebt. Indem einheitvollen Volksdasein des Alterthums zeichnet sichdas so scharf, dass Aeschylus, Sophokles, Euripides, — die