Druckschrift 
Über Johann Jacob Froberger's Leben und Bedeutung für die Geschichte der Klaviersuite : Dissertatio inauguralis quam consensu et auctoritate Amplissimi Philosophorum ordinis in Academia Rostochiensi ad Summos in philosophia honores rite capessendos
Entstehung
Seite
383
Einzelbild herunterladen
 

27)

Johann Jacob Froberger.

383

Im Unterschied von der mit ihr den Tripeltakt Heilenden Cou-rante, welche mit dem Auftakt beginnt und mit dem Niederschlagschließt, tritt die Sarabande mit dem Volltakt ein und endigt mitdem zweiten oder dritten Takttheil in einem für sie charakteristischenSchluß. Hinsichtlich ihrer Ausdehnung erscheint sie bei Frobergerunter den anderen Suitentheilen am meisten beschränkt. Nur zu-weilen gestattet er ihr, und zwar im zweiten Theil, eine größereBreite, wie in der 2. Sarabande des zweiten und in der l. Sara-bande des vierten Buches der Wiener Handschrift.

Als Beispiel nennen wir hier die Sarabande »sopra Närrin«,in der ebenfalls der 2. Theil eine größere Entwicklung zeigt. Manerkennt in derselben eine Variation der vorangeschickten ersten Par-tite »sopra Närrin«.

Der erste Theil der jetzt im Festgewande der Sarabande gravi-tätisch einherstolzirenden Weise bringt sämmtliche Noten der ursprüng-lichen, zierlichen Melodie dieses Theils. Einige Abänderungen er-heischte der sich der gewaltsamen Sarabanden-Ummodelung nicht sowillig fügende zweite Theil. Doch ist sein Ursprung an dem identi-schen Harmoniefundament und den im viertletzten Takt austretendencharakteristischen Notenfolgen: A Ir ck und^a ^ ^ nicht zu verkennen.

Ein eigenes Verfahren beobachtet Froberger am Schluß ver-schiedener seiner Sarabanden durch Wiederholung der Schlußphrase.Es sind dies sehr melodiöse Wendungen, deren Wiederholungwohl wie ein Echo wirken soll, wie wir denn auch diese betreffen-den Stellen in der gedruckten Roger'schen Ausgabe mit piano,äonooinsnt oder L ckisorötion bezeichnet finden. Unter mehrerenanderen, zu welchen auch die Lamento-Sarabande gehört, weist die5. Sarabande ll)dur) des 4. Buchs der Wiener Handschrift,welche wir vorher schon als die einzige im Violin- und Bariton-Schlüssel notirte erwähnt haben, eine solche Wiederholung auf, in-

dem sie schließt:

---g----.

-s- sl

-s» L»

^ -'S-

ckL. _§

^^ UU ^ ^ _U.

^ "ff>- ^1^-

^-