Druckschrift 
Über Johann Jacob Froberger's Leben und Bedeutung für die Geschichte der Klaviersuite : Dissertatio inauguralis quam consensu et auctoritate Amplissimi Philosophorum ordinis in Academia Rostochiensi ad Summos in philosophia honores rite capessendos
Entstehung
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

382

Franz Beirr.

i26

(I)moll) der gedruckten Ausgabe, die hier als hübsches Beispieleiner Froberger'schen Courante erwähnt sein möge.

Eine gewisse Steifheit in der Melodiebildung und Durch-führung der Courante sowohl wie der Sarabande ist nicht wegzu-leugnen. Es ist dies eine Folge der zu häufigen Kadenzirnngen,welche der Entwicklung eines glatten Flusses in der Melodie nochhindernd entgegentreten, obwohl Froberger öfters durch Trug-schlüsse die Hemmung zu vermeiden sucht. So beginnt z. B. dieCourante der 4. Suite (O-dur) der gedruckten Ausgabe gleich miteiner Kadenz, die wir zugleich schon als Sarabandenschlnß ausdem ersten Theil der Wiener Handschrift kennen. Die Courantebeginnt nämlich:

-

U^

_L_

^-

fit- ^

-

L'

_

i-

Im Tempo weit gemessener, im Charakter ernster und gravi-tätischer als die Courante ist die Sarabande.

Da, wie Mattheson sagt,sie keine laufenden Noten zuläßt,weil die Grandezza solche verabscheut", stehen ihre Akkorde in derRegel ohne jede Verbindung, wie sie für die Courante charakteristischist, fest nebeneinander und geben dem Gang der Melodie einengewissen Stolz. Froberger hält jedoch an diesem Princip nichtimmer fest, sondern gestattet seiner Sarabande auch , wenngleichselten, eine freiere Bewegung, z. B. in dem Schluß der 6dur-Sarabande der 5. Suite in der Wiener Handschrift von 1649:

Ferner weisen wir an dieser Stelle noch einmal aus die vorhererwähnte Lamento-Sarabande hin, welche in diesem Zusammenhangdas ihr sonst eigene gravitätische Wesen abgestreift hat.