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Johann Jacob Frobcrger.
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stürmisches Leben fand einen versöhnenden, ruhig heiteren Abschlußauf dem herzoglichen Schloß, wo seine edle „Scholarin" sich be-mühte, durch begeisterte Verehrung dem gekränkten Meister die amWiener Hof widerfahrene Unbill in Vergessenheit zu bringen. Daßer aber doch nie den Unverstand und Neid verwinden konnte, mitdem die Kunstgenossen feinen neuernden, ihre Technik gefährdendenBestrebungen entgegentraten, ersehen wir aus zwei Stellen in demzweiten Briefe der Herzogin: „Denn ich's ihm auch so oft und vielauf sein Begehren versprochen, Niemanden nichts zu geben . .und weiter: „Denn er min oft gesagt, daß Viel von feiner 6ona-xositioii vor ihre Oomxositiou ausgeben, und doch nit wüßten mitumzugehen, sondern selbige nur verderben, und also nit möge, daßseine Sachen unter andere Leut Hände kommen thäten."
Doch war er von zu menschenfreundlicher und liebenswürdigerGesinnung, als daß ihn die Verkennung seiner Verdienste hätteverschlossen und unfreundlich gegen seine Umgebung machen können:„denn ihn die Leut wegen seines guten Humors geliebet haben, obsie eben seine Kunst nit verstanden."
Den tiefen Schmerz der Herzogin über seinen Heimgang er-kennen wir in den Worten: „Ist mir gewiß sauer genug ankom-men und bin kein lachender Erb'; möchte mir noch als Herz undAugen übergehen, wenn ich bedenke, was mir mit ihm abgestorben."Durch einen „nit unfeinen" Grabstein ehrte sie den auf dem Kirch-hof von l3g,viUiei-8 bestatteten theuren Todten.
Hatte Froberger leider das Bewußtsein, von seiner Zeit nicht,wie er verdient, gewürdigt worden zu sein, mit ins Grab nehmenmüssen, so sollte ihm doch ein gerechter Beurtheiler erstehen ineinem Meister, dessen Werke an Glanz alles bisher Geleistete weitüberstrahlten; und dieser, der den Werken des Vorgängers hoheAnerkennung zollte, war kein Geringerer als Johann SebastianBach.*) _
Froberger's Eigenart und epochemachende Bedeutung bestehtvor Allem in der Begründung eines neuen, freieren Stiles für dieKlaviermusik. Mit richtigem Blick die Sonderstellung des Klaviers
*) „Frobergern hat der selige Leipziger Bach jederzeit hoch gehalten, ob erschon etwas alt." M. Jacob Adlnng's Anleitung zur musikalischen Gelahrtheit.Erfurt, 1758. S. 7ll.