Johann Jacob Froberger.
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zu zweifeln kein Grund vorliegt, oder sie in eine den Verhält-nissen nach wenig glaubwürdige Zeit verlegen. Letzteres thut ermit dem Einwurf: „Soll nun vielleicht gerade die berühmte Fahrtnach England eine kolossale Urlanbsüberschreitung veranlaßt haben",(die dann Ursache seines Sturzes geworden wäre).
Über den Grund seiner Entlassung haben bisher nur Ver-muthungen laut werden können, da der Mangel jeder authentischenQuelle hierüber eine definitive Feststellung unmöglich macht. Daßwir in einer Konsessionsänderung Froberger's, der von Geburtlutherisch in Folge seiner Wiener Stellung zum Katholicismusübergetreten war, nicht den Grund sehen können, wie man ange-nommen hat, erkennen wir aus einer Stelle des ersten Briefes derHerzogin, von der wir wissen, daß sie der lutherischen Konfessionangehört hat. Sie schreibt an Huygens von Froberger's „ehrlicherLeichenbegräbnuß ... so gut es hat sein können" und äußert sichweiter: ,Aäv6isiriii bleiben aber auch nit aus und meinen, es seider Sachen zu viel gethan und nit recht, weil er nit mehr unserReligion gewesen und was noch mehr Allerlei so Reden oder llrr-clioirsir sein mag."*)
Auch kann eine Urlanbsüberschreitung nicht die Ursache derkaiserlichen Ungnade gewesen sein, da Froberger, wie wir ausden Hofstaatsrechnungen wissen, 1653 bis 1657 im Amt gewesenist und außerdem seine Widmung des Ubro grrnrto das Datum :»VisiE l'^-nno 1656« trägt. Wenn wir in dem Meister sowohlaus der Überlieferung Mattheson's: „man rühmt sein Tugendliebendes, gottesfürchtiges Gemüth", als auch aus den innigeFreundschaft und hohe Verehrung bekundenden Auslassungen derHerzogin und Huygens', nicht einen überaus liebenswürdigen undbiederen Charakter erkennen müßten, würden wir uns zur Annahmeveranlaßt sehen, daß irgend ein unlauterer Charakterzug oder Schroff-heit und Stolz ihm die Ungnade zugezogen habe. Wahrscheinlichist es ihm ergangen, wie so mancher ehrlichen Größe jener undanderer Zeiten, daß er der Jntrigue und Mißgunst seiner neidischen„Adversarii", der seine ehrliche und selbstlose Künstlernatur auf dieDauer nicht gewachsen war, unterlag und nach dem Tode seines
*> Aus diese Stelle bezieht sich solgende Äußerung aus dem AntwortschreibenHuhgcns': »Oommsut xouvait on kairs trop ä'llouuöur au eorps, gui sn avoitssts 1s äiAus Iratütaelö?«