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Über Johann Jacob Froberger's Leben und Bedeutung für die Geschichte der Klaviersuite : Dissertatio inauguralis quam consensu et auctoritate Amplissimi Philosophorum ordinis in Academia Rostochiensi ad Summos in philosophia honores rite capessendos
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Johann Jacob Froberger.

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Ruhmgekrönt in das Vaterland zurückgekehrt muß er die nuneinmal nicht wegzuleugnende Ungnade des Kaisers über sich ergehenlassen, der Prozeß wird aber so gemildert, daß ihm der erbeteneAbschied in den schmeichelhaftesten Ausdrücken gewährt wird. ZurAufhäufung neuer Schätze begiebt er sich auf eine Konzerttour wie-derum nach England.

Wie treuherzig trocken erscheinen uns diesen jeglicher Dokumenteals Stützpunkte entbehrenden Kombinationen gegenüber die biogra-phischen Skizzen Walthers und sogar die doch auch schon heraus-geputzten Berichte Mattheson's. Die Mattheson'schen Angaben, diein ihren Daten schon längst unhaltbar erscheinen mußten, sind auchmerkwürdigerweise noch in das neueste, von Mendel begründeteund von Reißmann vollendete Lexikon, dessen zweite Auflage von1881 mir vorliegt, hartnäckig mit hineingeschlüpft, obwohl hierdas Londoner Kettenabenteuer einer sich sträubenden Feder entflossenzu sein scheint.

Nach Erwägung dieser Quellen wollen wir nun auf Grundder neueren Ermittelungen der Wahrheit näher kommende Daten zusixiren versuchen.

Gegen das angebliche, von Mattheson eingeführte Geburtsjahrhätte diesen und seine Nachfolger schon eine Stelle aus der vonihnen oft citirtenMusurgia" des Athanasius Kircher mißtrauischmachen müssen. Dieser führt hier Froberger's bekannte »buntusQsuxra, Iit ro mi ta sol« als bestesParadigma" der Klaviermusik an,indem er von ihr sagt:*) »iHum omnibris orZanoockis tiMgiruitipsrleotmsiillnill in lloo Zonoro oompositioiüs spgcäinön, gnockimitsntur, proponsnäuin äuxirnns«.

Da die Musurgia 1650 in Rom erschienen ist, und in ihrausdrücklich Froberger »OrAunoeäns (üaesarous Oöleboiriini oliiQOrAnnosäi Illisroirvini Irosoobalcki ckisoipulns« genannt wird, soliegt auf der Hand, daß Froberger's Ernennung zum Hoforganisten,seine Studien bei Frescobaldi, mithin auch sein Geburtsjahr in eineviel frühere, als die von Mattheson angegebene Zeit zurückgelegt wer-den muß. Außerdem ist durch die neuesten Forschungen festgestellt,daß Frescobaldi nicht nach dem Jahre 1644 gestorben sein kann.**)

*) 146. VI. PL8- 465.

Ritter, Zur Gesch. des Orgelspicls. Leipzig, Hesse, 1884, Bd. I. S. 32.