Giacomo Meyerbeer.
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aus dem französischen Mittelalter, der Blüthezeit des Ritter- undKlosterwesens, in Vorschlag brachte. Robert, der Sohn des Teufels,der alle Mädchen verführt hat, wird durch edle Frauenliebe, durchdie heiligen Gesänge der christlichen Religion gerettet und einemwürdigeren Dasein zurückgegeben. Sämmtliche dramatische Lieblings-themen der Romantik waren hier, wie Riehl („Musikalische Charak-terköpfe") treffend bemerkt, gewissermaßen zu einem Gesammtbildverbunden, etwas Faust, etwas Don Juan, etwas Freischütz, etwasZampa. Menschen und Dämonen ringen um den Sieg; dem sce-nischen Prunk erschien von vornherein der weiteste Spielraum er-öffnet. So viel Anziehungskraft der Stoff auf den Komponistenausübte, wollte er sich indeß doch nicht an die Arbeit machen, ohnevorerst das Visum einer höheren Autorität eingehvlt zu haben. Erwandte sich daher an Scribe, den gefeierten Hauptvertreter der da-maligen excentrischen Romantik, den unerschöpflichen Erfinder auf-regender Situationen und pikanter Gegensätze, den Meister desdramatischen oder richtiger gesagt des drastischen Effektes, dessenspecifische Begabung die auffälligste Wahlverwandtschaft mit Meyer-beer's Talent aufweist. Scribe erklärte nach Prüfung der Textvor-lage, nur unter der Bedingung als Mitautor auftreten zu können,daß das ursprünglich für die Opera ooinigrie berechnete, mit hu-moristischen Episoden und gesprochenem Dialog ausgestattete Buchfür die große Oper umgestaltet und der heroisch-pathetische Stilkonsequent festgehalten werde. Delavigne und Meyerbeer gaben ihreZustimmung und so entstand denn unter Scribe's entscheidendemEinfluß nach Überwindung zahlloser Schwierigkeiten jenes Mon-strum von Phantastik, Schwulst und Unnatur, aber auch packenderSituations- und Charaktermalerei, glänzender Diktion, hinreißendenEffekten, das uns heute als Libretto des „Robert" vorliegt. MitFeuereifer machte sich Meyerbeer an die Arbeit und überreichte dasvollendete Werk der Direktion der großen Oper wenige Tage vorAusbruch der Julirevolution. In dieser hocherregten Zeit wagteman indeß nicht, den Versuch mit einem so kostspieligen Ausstat-tungsstück zu machen. Monate verflossen; bereits beabsichtigte derKomponist seine Arbeit gänzlich zurückzuziehen, als vr. Verron,welcher das von der Civilliste gestrichene Operninstitut ans 1. Juli1831 für eigene Rechnung übernommen hatte, sich verbindlich machte,sofort mit den Proben zu beginnen. Doch verzögerte sich die erste
Musikal. Vorträge. V. 22