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Giacomo Meyerbeer : sein Leben und seine Werke
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Giacomo MeyerLeer.

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an seine Vorzüge und Schwächen anlegen, seine musikgeschichtlicheBedeutung ohne Voreingenommenheit seststellen läßt. Wir glaubendiese Aufgabe aufs zweckmäßigste zu lösen, indem wir den Le-bensgang des Komponisten von Stufe zu Stufe verfolgen, dieeigenartigen Elemente, die sich in seinem menschlichen und künst-lerischen Charakter gemischt, möglichst scharf beleuchten und beson-ders auch die zeitgeschichtlichen Einflüsse Nachweisen, welche auf dieschöpferische Thätigkeit des Mannes bestimmend eingewirkt haben.

Jakob Liebmann Beer wurde den 5 . Sept. 1791 , im Todes-jahre Mozart's, als der Sohn des Banquiers Jakob Herz Beer undder Amalie geb. Wulf in Berlin geboren. Den Namen Meyerfügte er später seinem Geschlecht hinzu, weil ihn ein reicher Ver-wandter unter dieser Bedingung zum Erben seines Vermögens ein-gesetzt hatte. Und auf daß schon seine Adresse die Vermischungwälschen und deutschen Stils symbolisire, die den Tonkünstler kenn-zeichnet, wandelte er den Vornamen Jakob in das eleganter klin-gende Giacomo um, weil ihn die italiänischen Laute schmeichlerischan die goldene Zeit seiner ersten Triumphe erinnerten. Der Vater,geboren den 10 . Juni 1769 , hatte in der preußischen Hauptstadt,begünstigt durch die Regierung, eine Zuckersiederei errichtet und warrasch zu bedeutendem Reichthum gelangt. Mit scharfem Verstandverband sich in ihm ein schönheitsempfänglicher Sinn, weßhalber die Werke der Dichtkunst ebenso eifrig pflegte wie die aufklä-rende Popularphilosophie des 18 . Jahrhunderts. Ohne selbst zusingen oder zu spielen, war er ein großer Musikliebhaber undregelmäßiger Besucher der Berliner Konzerte und theatralischen Auf-führungen. Die Mutter, eine Urenkelin von Wolf Tausk aus Wienund Tochter des sogenannten Berliner Krösus Liepmann MeyerWulf, zeichnete sich durch seltene Herzensgüte und unerschöpflicheFreigebigkeit aus.Kein Tag vergeht," schreibt Heinrich Heinevon ihr,ohne daß sie einem Armen geholfen hat. Ja es scheint,als könne sie nicht ruhig zu Bette gehen, bevor sie nicht eine edleThal vollbracht. Dabei spendet sie ihre Gaben an Bekenner allerReligionsgenossenschaften, an Juden, Christen, Türken und sogaran Ungläubige der schlechtesten Sorte. Sie ist unermüdet im Wohl-thun und scheint dies als ihren höchsten Lebensberuf anzusehen."Als sie am 14 . Juni 1854 in Berlin starb, folgte die ganze Stadtihrem Sarge und unzählige Thränen der Armen flössen am Grab