477
gang 1895 Nr. 53 — 55) zuerst veröffentlicht und ausführlichcommentirt.
17. „Aristoteles als Ästhetiker“ (S. 443) ist höchstwahrscheinlich Anfang 1871 niedergeschrieben. Es liegt inReinschrift auf einem einzelnen Blatt vor und enthält Ge-danken des nicht ausgeführten 6. Abschnitts der ursprünglichenDisposition zur Geburt der Tragödie: „Aristoteles über dasDrama“. Nietzsche scheint ursprünglich beabsichtigt zu haben,diese Seite als Anmerkung in die Geburt der Tragödie aufzu-nehmen. Die Absicht, Aristoteles als Ästhetiker in einer eignenSchrift zu behandeln, kehrt in den folgenden Jahren öfterswieder. Aus dem Frühling 1875 findet sich folgendes Schema:
Aristoteles in seinem ästhetischen Urtheil.
Gegen Empedoldes.
In Betreff der Tragödie.
„ „ des Demosthenes.
„ „ „ Thukydides.
„ ,, der bildenden Kunst.
„ „ „ Musik.
18. „Die Choëphoren“ (S. 444—450) sind ein öfter auf-tauchender Buchplan, in dem Nietzsche „das Vorbild einerphilologisch-historischen Betrachtung eines Autors“ an Äschylusgeben wollte. Schon Ende 1869 verzeichnet er die „Ästhetikdes Äschylus“ als drittes Heft von Abhandlungen „zur griechischenPhilosophen- und Dichtergeschichte.“ Der auf Seite 444 ab-gedruckte Plan stammt aus dem Sommer oder Herbst 1872 undist vermuthlich angeregt durch das im Sommersemester diesesJahres gelesene Colleg über die „Choëphoren“. Der Anfangder zusammenhängenden Niederschrift ist wahrscheinlich imHerbst 1872 oder Anfang 1873 aufgezeichnet. Wie umfassenddies Werk angelegt war, beweist das Verzeichniss der Fragen,die nach einer Aufzeichnung von 1872 darin behandelt werdensollten :
„Neue Abschätzung der Cultur.
Neue Ästhetik (mit reichstem allseitigem Material);
Homer und die Tragödie.