lieh strengen. Aber dieses ruhige Vorrücken ist unsere Artvon Glück, und viel mehr will ich nicht. Mit der Schriftstellereiist es nun für längere Zeit vorüber, glaube ich. Aber mirscheint, zu einem rechten Weck- und Mahnruf reichen meinevier Schriftchen auch gerade aus, sie sind für Jünglinge undjunges Streben.“ Aus Steinabad mit guten Hoffnungen für seinegekräftigte Gesundheit heimgekehrt, breitet er seinen „Korbvoll Arbeit“ um sich aus. Diese „Pläne aller Art“ sind ausserder „allmählichen Fortsetzung“ seiner „Unzeitgemässen Be-trachtungen“ und der endlichen Ausführung älterer philologischerArbeiten, weitschichtige Sammlungen und Studien für Künftiges.Neben historischen, mathematischen, physikalischen, naturwissen-schaftlichen und nationalökonomischen Studien plante er die„Sammlung eines ungeheuren empirischen Materials der Menschen-kenntniss“. „Dazu sind ältere Geschichtswerke, Romane u. s. w.zu lesen, auch Briefe“. Auch seine philosophischen Grund-anschauungen will er revidiren und nimmt sich dazu vor,„Dühring als den Versuch einer Beseitigung Schopenhauer’sdurchzustudiren und zu sehen, was ich an Schopenhauer habe,was nicht. Hinterdrein noch einmal Schopenhauer zu lesen.“Daneben finden sich als „Bücher für acht Jahre“ verzeichnet:Schopenhauer, Dühring, Aristoteles, Goethe, Plato. Den Anfangmacht er mit Dühring’s „Werth des Lebens“, dessen Haupt-gedanken er auf 30 Folioseiten excerpirt, indem er den Ge-dankengang Dühring’s durch kürzere Zwischenrufe und längereAusführungen unterbricht. Die selbständigen Bemerkungen, diesich loslösen lassen, sind, um ein Beispiel dieser seiner Art zugeben, auf S. 381—391 mitgetheilt.
Nietzsche nimmt für Schopenhauer Partei und hebt gegenDühring alles hervor, was ihm am Pessimismus und der Askeseheilsam und lebenfördernd zu sein scheint. Übrigens vermutheich, dass der ihm höchst widerwärtige Ton der dühring’schenAngriffe ihn zu der fast leidenschaftlichen Abwehr gereizt hat.Er, der bei sich schon Ja sagte, auch zu allem Furchtbaren,Grausamen des Lebens und der bald zum entschiednen Lebens-Verherrlicher werden sollte, klammert sich, nachdem er schon