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Eine parallele Erscheinung ist das Fragment des „Empedoldes“,in dem die Ideen der „Geburt der Tragödie“ dramatisch ein-gekleidet werden. — Das Bruchstück ist niedergeschrieben auflosen Folioblättern, die nachträglich aus einem Hefte heraus-geschnitten sind. Es ist fast frei von Correcturen und scheintdaher Abschrift von einer ersten Aufzeichnung zu sein.
Betrachtungen im Anschluss an Dühring’s„Werth des Lebens“.
Ein Aufenthalt in Steinabad im Sommer 1875 war voneinschneidender Wichtigkeit für Nietzsche’s innere Entwicklung:in der Einsamkeit des Schwarzwaldes giengen ihm seine grossenZukunfts-Hoffnungen und Pläne auf. Er schreibt darüber EndeJuli 1875 an seine Freunde: „Gestern schweifte ich in den un-glaublich schönen Forsten und verborgenen Thälern herum,gegen Abend, drei Stunden lang und spann im Gehen an allemHoffnungsvollen der Zukunft herum, es war ein Blick des Glücks,den ich lange nicht erhascht hatte. Wozu ist man nun nochaufgespart? .... Ich würde es gar nicht auszusprechen wagen,was für Hoffnungen und Wahrscheinlichkeiten und Pläne essind, an deren genauester Vergegenwärtigung ich mich dabeiletze .... Ich habe einen schönen Korb voll Arbeit für dienächsten sieben Jahre vor mir, und eigentlich wird mir jedes-mal wohl zu Muthe, wenn ich daran denke. Wir müssen unsereJugend noch benützen und manches recht Gute noch lernen ....Ich bin jetzt sehr hinterher, die argen Lücken unserer Erziehung(ich denke an Pforta und die Universitäten und anderes) anmir selber nachträglich auszustopfen; und jeder Tag hat seinkleines Pensum, ganz abgesehen noch von dem Hauptpensum,welches mit dem Colleg im Zusammenhänge steht. Wir müssennoch eine gute Strecke Wegs immer steigen, langsam, aberimmer weiter, um einen recht freien Ausblick über unserealte Cultur zu haben; und durch mehrere mühsame Wissen-schaften muss man noch hindurch, vor allem durch die eigent-