Geständnissen. Er selbst hält noch im Herbst 1875 die Schriftfür „unpublicirbar“ und Anfang October schreibt er: „Meine
Betrachtung unter dem Titel „Richard Wagner in Bayreuth“wird nicht gedruckt; sie ist fast fertig, ich bin aber weit hinterdem zurückgeblieben, was ich von mir fordere; und so hat sienur für mich den Werth einer Orientirung über den schwerstenPunkt unserer bisherigen Erlebnisse. Ich stehe nicht darüberund sehe ein, dass mir selber die Orientirung nicht völliggelungen ist — geschweige, dass ich andern helfen könnte“.Schliesslich war es ein äusserer Anlass, der ihn bewogen hat,das Buch zu vollenden und herauszugeben: er wollte zu denFestspielen vom Sommer 1876 nicht stumm bleiben.
Aus den allerersten Aufzeichnungen vom Januar 1874(S. 397-—412) ist in die späteren Vorarbeiten von 1875 wenigübergegangen; auch das ist beim Druck dem umgestimmtenTone des Ganzen zum Opfer gefallen (vgl. S. 415 ff.). DieEintheilung und Ordnung der in der ersten Conception vor-liegenden Gedanken ist vom Herausgeber. Von den aufSeite 4i5ff. mitgetheilten Vorarbeiten sind einige Seiten vonNietzsche seinem Schüler Albert Brenner dictirt. Die Dis-position hat Nietzsche viel Noth gemacht; die auf Seite 413 ff.gegebene ist der wörtliche Abdruck einer Reinschrift, die eroffenbar erst nach Abschluss der Schrift gegen Ende Juni 1876,als letzten einer ganzen Reihe verworfener Pläne, aufge-zeichnet hat.
Prometheus.
Ein bestimmter unzweideutiger Anhalt zur Datirung desPrometheus-Fragments ist nicht gegeben. Die Handschrift derAufzeichnungen weist auf das Jahr 1874; die Verwandtschafteiniger Ideen mit den Gedanken der „Historie“ rechtfertigt esvielleicht, dass der „Prometheus“ (275—280) unmittelbar hinterdie „Historie“ gestellt ist. Doch sind die beiden Vermuthungennicht stark genug, um eine sichere Datirung zu begründen:ich neige dazu, die Entstehung in den Anfang 1874 zu setzen.