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„Eine ganz ausdrückliche Notiz des Mannheimer Journals bringtaus bester Quelle, dass die Aufführungen jetzt endgültig ge-sichert sind. So wäre denn das Wunder geschehen! Hoffen wir!Es war ein trostloser Zustand, seit Neujahr, vor dem ich michendlich nur auf die wunderlichste Weise retten konnte: ich be-gann mit der grössten Kälte der Betrachtung zu untersuchen,weshalb das Unternehmen misslungen sei: dabei habe ich vielgelernt und glaube jetzt Wagner viel besser zu verstehen alsfrüher. Ist das „Wunder“ wahr, so wirft es das Resultat meinerBetrachtungen nicht um. Aber glücklich wollen wir sein undein Fest feiern, wenn es wahr ist!“ Die Fähigkeit zu einersolchen Selbstentäusserung in einer Zeit, wo er leidenschaft-lichen Gemüths an Wagner und seinem Werke hieng, isthöchst belehrend für seine psychologische Hellsichtigkeit. Erzwingt sich, alles zu sehen, was gegen Wagner und seine Kunstgesagt werden kann, und schreibt es ohne Hüllen und Ver-schweigungen, nackt und kalt nieder. Denkt man diese Ge-danken zu Ende und geht allen ihren Folgerungen nach, sofindet sich, dass alles was Nietzsche später vom „Menschlichen“bis zum „Fall Wagner“ gegen Wagner gesagt hat, im Grundeschon hier, zum Theil wörtlich, gesagt ist. Es ist nun wiedersehr belehrend für Nietzsche’s Doppelnatur, aber auch für seindankbares Herz, dass er trotz der neu gewonnenen Einsichtenin die Untergründe der wagnerischen Kunst in seiner Be-geisterung nicht erkaltet und „Richard Wagner in Bayreuth“schreiben kann: eine Dank- und Lobschrift innigster Art, inder alles, was er gegen Wagner auf dem Herzen hat, verdecktbleibt, oder umgefärbt, in’s Edle umgedeutet ist. Noch stehtdas Götterbild, aber seine Fundamente sind schon untergraben:es bedarf nur eines, vielleicht äusserlichen Anlasses, um es zustürzen. Und so mag wohl der Untergrund der Stimmung, inder Nietzsche in den folgenden Jahren stockend und langsaman „Richard Wagner in Bayreuth“ arbeitete, ihm selbst viel-leicht unbewusst, die des zurückschauenden Betrachters gewesensein. Etwas Zwiespältiges in seinen Empfindungen, das ihmsonst während des Schaffens fremd ist, verräth sich in einigen