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Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischenSinne. Der Philosoph.
Die Philosophie in Bedrängniss.
Die Entwürfe zu „Wahrheit und Lüge im ausser-moralischen Sinne“ und dem „Philosophen“ gehörenzu den Vorarbeiten des umfänglichen ursprünglichen Planszur „Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen“. Diefertigen Abschnitte von „Wahrheit und Lüge“ (S. 161 —179)sollten die Einleitung dieses grossen Buchs bilden, und dieübrigen noch unverarbeiteten Gedanken waren alle für dies Werkbestimmt, das anfänglich den Titel führen sollte: „Der Philo-soph als Arzt der Cultur“. Bei der Ausarbeitung des „schwersich gebärenden Buchs“ zeigte sich aber, dass eine Be-schränkung und Zertheilung des Stoffs geboten sei. Des-halb schied Nietzsche aus dem Plane der „tragischen Philo-sophie“ alle nicht direct historischen Gedanken aus, ersetzte diebereits fertige lange, allgemeine Einleitung durch die jetzigekürzere (S. 3—13) und legte alle weiter reichenden Gedankenfür spätere Gelegenheiten zurück. „Wahrheit und Lüge“ erscheintunter den Buchplänen der folgenden Zeit öfter als besondere,mit andren kürzeren Arbeiten in einem Bande zu vereinigendeAbhandlung; die Gedanken zum „Philosophen“ würden auf-gegangen sein in der Schrift: „Der Philosoph als Arztder Cultur“, deren Disposition (S. 225—230) im März 1873niedergeschrieben ist. Als dann ein Jahr später in der Be-trachtung über Schopenhauer „der Philosoph“ behandelt wurde,liess Nietzsche diese alten vergessnen Gedanken unbenutzt imWinkel und baute seine neue Schrift mit frisch gebrochnenSteinen auf frischem Rasen. Gleichwohl können sie als eineVorform des „Schopenhauer“ angesehen werden und bilden dieZwischenstufe zwischen der letzten der „Fünf Vorreden“(Band IN 3651!.) und dem „Schopenhauer“.