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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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einen Vers: aber gerade das ganz gewöhnliche Sprechenenthielt, nach antikem Urtheil, sehr leicht vollkommneVerse.

3. Nach ausdrücklichen Zeugnissen war es nichtmöglich, den Rhythmus von gesprochnen lyrischen Versenzu hören, wenn nicht mit Taktschlägen die grösserenZeit-Einheiten dem Gefühle zum Bewusstsein gebrachtwurden. So lange der Tanz begleitete ( und die antikeRhythmik ist nicht aus der Musik, sondern aus demTanz her gewachsen), sah man die rhythmischen Ein-heiten mit Augen.

4. Es giebt Fälle bei Homer, wo eine kurze SilbeungewöhnlicherWeise den Anfang eines Daktylus macht.Man nimmt philologischer Seits an, dass in solchen Fällender rhythmische Ictus die Kraft habe, den Zeit-Mangelauszugleichen. Bei den antiken Philologen, den grossenAlexandrinern, die ich eigens auf diesen Punkt hin be-fragt habe, findet sich nicht die leiseste Spur einer solchenRechtfertigung der kurzen Silbe (dagegen fünf andre).

5. Es tritt sowohl auf griechischem als auf latei-nischem Boden ein Zeitpunkt ein, wo die nordischenLied-Rhythmen Herr werden über die antiken rhyth-mischen Instincte. Unschätzbares Material dafür in demHauptwerk über christlich-griechische Hymnologie(aus einem südfranzösischen gelehrten Kloster hervor-gegangen). Von dem Augenblick an, wo unsre Artrhythmischer Accente in den antiken Vers ein dringt, istjedes Mal die Sprache verloren: sofort geht der Wort-accent und die Unterscheidung von langen und kurzenSilben flöten. Es ist ein Schritt in die.Bildung barbari-sirender Idiome.

6. Endlich die Hauptsache. Die beiden Arten der .Rhythmik sind conträr in der ursprünglichen Absicht