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nimmt. Sie kennt überhaupt das musikalische Accentuirennicht: die Wirkung beruht im Zeitrhythmus und derMelodie, nicht im Rhythmus der Stärken. Der Rhyth-mus wurde nur empfunden, er kam nicht durch Be-tonung zum Ausdruck. Vielmehr betonten sie nachdem Gedankengehalt. Höhe und Tiefe der Note, Theseoder Arse des Taktes hatten mit ihm nichts zu thun. Da-gegen war das Gefühl für die Tonleitern und die Zeit-rhythmen auf das feinste entwickelt. Man sieht an derTanzbegabung dieses Volkes seine ungeheure rhythmischejtomAia: während unsre rhythmischen Verhältnisse einenengen Schematismus haben.
(Spätere Fassung dieser Ideen, 1888 niedergeschrieben.)
Zur Auseinanderhaltung der antiken Rhythmik(„Zeit-Rhythmik“) von der barbarischen („Affect-Rhythmik“).
1. Dass es ausser dem Wortaccent noch einen andernAccent gegeben habe, dafür fehlt bei den Rhythmikern(zum Beispiel Aristoxenos) jedes Zeugniss, jede Definition,selbst ein dazu gehöriges Wort. — Arsis und Thesiswird erst seit Bentley in dem fälschlichen Sinne dermodernen Rhythmik verstanden. — Die Definitionen, diedie Alten von diesen Worten geben, sind völlig unzwei-deutig.
2. Man warf, in Athen sowohl wie in Rom, denRednern, selbst den berühmtesten, vor, Verse unver-sehens gesprochen zu haben. Es werden zahlreiche Bei-spiele solcher entschlüpften Verse citirt. Der Vorwurf ist,nach unsrer üblichen Art, griechische und lateinischeVerse zu sprechen, einfach unbegreiflich. Erst der rhyth-mische Ictus macht bei uns aus einer Abfolge von Silben