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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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nimmt. Sie kennt überhaupt das musikalische Accentuirennicht: die Wirkung beruht im Zeitrhythmus und derMelodie, nicht im Rhythmus der Stärken. Der Rhyth-mus wurde nur empfunden, er kam nicht durch Be-tonung zum Ausdruck. Vielmehr betonten sie nachdem Gedankengehalt. Höhe und Tiefe der Note, Theseoder Arse des Taktes hatten mit ihm nichts zu thun. Da-gegen war das Gefühl für die Tonleitern und die Zeit-rhythmen auf das feinste entwickelt. Man sieht an derTanzbegabung dieses Volkes seine ungeheure rhythmischejtomAia: während unsre rhythmischen Verhältnisse einenengen Schematismus haben.

(Spätere Fassung dieser Ideen, 1888 niedergeschrieben.)

Zur Auseinanderhaltung der antiken Rhythmik(Zeit-Rhythmik) von der barbarischen (Affect-Rhythmik).

1. Dass es ausser dem Wortaccent noch einen andernAccent gegeben habe, dafür fehlt bei den Rhythmikern(zum Beispiel Aristoxenos) jedes Zeugniss, jede Definition,selbst ein dazu gehöriges Wort. Arsis und Thesiswird erst seit Bentley in dem fälschlichen Sinne dermodernen Rhythmik verstanden. Die Definitionen, diedie Alten von diesen Worten geben, sind völlig unzwei-deutig.

2. Man warf, in Athen sowohl wie in Rom, denRednern, selbst den berühmtesten, vor, Verse unver-sehens gesprochen zu haben. Es werden zahlreiche Bei-spiele solcher entschlüpften Verse citirt. Der Vorwurf ist,nach unsrer üblichen Art, griechische und lateinischeVerse zu sprechen, einfach unbegreiflich. Erst der rhyth-mische Ictus macht bei uns aus einer Abfolge von Silben