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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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des Menschentreibens, von dem Leiden in allem Glücke,und von der Endlichkeit unseres Glücks; es muss alsoin der Art, wie sie redet, das Glück liegen, das sie aus-strömt. Man rechne nur nach, woran Wagner seineeigentliche Lust und Wonne hat, an was für Scenen,Conflicten, Katastrophen da begreift man, was er istund was die Musik für ihn ist. Wotans Yerhältniss zuSiegfried ist etwas Wundervolles, wie es keine Poesieder Welt hat: die Liebe und die erzwungene Feind-schaft und die Lust an der Vernichtung. Dies ist höchstsymbolisch für Wagners Wesen: Liebe für das, wodurchman erlöst, gerichtet und vernichtet wird; aber ganz gött-lich empfunden.

4. Zum zehnten Abschnitt.

1.

Wenn die heutigen Musiker, die Gegner Wagnerssind, die grosse Form affectiren, sind sie nicht mehrehrlich, sondern wollen täuschen. Besten Falls sind siefleissig und lernen das, was in der Musik zu lernen ist:im Vertrauen darauf, dass dieGebildeten den schwie-rigen Unterschied zwischen Original und Copie, zwischenErlernbarem und Unlernbarem nicht merken, schaffen siedarauf los. Ihnen allen sei, wenn sie durchaus componirenwollen, die kleinste Form anempfohlen, etwas wasich mit freiem Ausdrucke das musikalische Epigrammnennen möchte, dafür reicht vielleicht der Witz und dieGestaltungskraft, und sie können ehrlich sein; dabei kannnoch Herrliches entstehn, wie bei den Griechen, die sichauch auf die kleinste Form warfen, als die grossen vorweg-genommen waren.