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4- Ob die Philosophie Fundament einer Cultur sein
kann.
1.
Es ist ernsthaft zu erwägen, ob für eine werdendeCultur überhaupt noch Fundamente da sind. Ob diePhilosophie als ein solches Fundament zu gebrauchenist? — Aber das war sie nie. Mein Vertrauen zurReligion ist grenzenlos gering: die abfluthenden Gewässerkann man sehen, nach einer ungeheuren Überschwemmung.
Die Philosophie ist zu sehr verfeinert und angespitzt,man kann sich nicht mehr daran halten. Thatsächlichhat die Philosophie sich in den Strom der jetzigen Bil-dung hineinziehn lassen: sie beherrscht ihn gar nicht.Bestenfalls Wissenschaft geworden (Trendelenburg). BildSchopenhauer’s: Gegensatz seiner eudämonologischen
Praxis (der Weltklugheit überreifer Zeiten wie der Spanier)und seiner nur geschauten tiefem Philosophie. Von zweiSeiten aus verurtheilt er die Gegenwart. Ich sehe einst-weilen keine andre Möglichkeit, als für die Praxis dieWeltklugheit Schopenhauer’s, für die tiefem Bedürfnissedie Weisheit. Wer nicht in diesem Widerspruche lebenwill, der muss für eine verbesserte Physis (Cultur)kämpfen.
Umschreibung der Cultur — als einer Temperaturund Stimmung vieler ursprünglich feindseliger Kräfte,die jetzt eine Melodie abspielen lassen.
2.
Das Glück des Einzelnen im Staate wird unter-geordnet dem Gesammtwohl: was heisst das? Nicht dass