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e: Mangel der ethischen grossen Vorbilder.
Unbekanntschaft mit Plutarch. Montaigne über ihn.Der wirksamste Autor (bei Smiles). Ob ein neuer Plütarchauch nur möglich wäre? Wir leben ja alle in einer stil-losen naturalistischen Sittlichkeit; wir halten die an-tiken Gestalten leicht für declamatorisch.
Das Christenthum hat höhere Formen gezeigt: aberdie grössere Menge ist zurückgefallen. Es ist jetzt soschwer, zur Simplicität der Alten wieder zurückzukehren.
Die Jesuiten schwächten und milderten die Ansprüchedes Christenthums, um doch seine Macht noch zu be-haupten. Der Protestantismus begann mit der Erklärungvon Adiaphora in grösster Masse.
Gracian zeigt eine Weisheit und Klugheit in derLebenserfahrung, damit sich jetzt nichts vergleichen lässt.Wir sind wohl die Mikroskopiker des Wirklichen, unsereRomane verstehen zu sehen (Balzac, Dickens), nur zufordern und zu erklären versteht niemand.
Auch Montesquieu ist den Alten gegenüber einNaturalist der Ethik, aber ein grenzenlos reicher unddenkender. Wir sind gedankenlose Naturalisten, und zwarmit allem Wissen.
Welches Nachdenken, welche Vertrautheit mit derSeele zu Zeiten Diderot’s und Friedrichs des Grossen!Selbst die Minna von Barnhelm, durch und durch auffranzösischer Gesellschaftssprache aufgebaut, ist jetzt zu fein.
Ich möchte, dass jemand zeigte, wie wir in unsererVerherrlichung des ethischen Naturalismus vollständig zuJesuiten geworden sind. Wir lieben das Natürliche, alsÄsthetiker, nicht als Ethiker: aber es giebt keine EthikenMan denke nur an Schleiérmacher.