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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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Welche Wirkung der Philosophie verspürt man beiden Zöglingen der Philosophen, ich meine bei den Ge-bildeten? Es fehlt uns der beste Stoff der Unterhaltung,die feinere Ethik. Rameaus Neffe. Es fehlen die ethischenBerühmtheiten; entschieden fehlt der Sinn dafür, sieanzuerkennen. Dagegen spukt die Theorie der Kraft.Ein Beispiel: einer sagt,Hegel ist ein schlechter Stilist:der andere:aber er ist so reich an originellen und volks-thümlichen Wendung-en. Das trifft aber das Materialallein, der Stilist zeigt sich nicht darin, dass er schönenMarmor hat, sondern wie er ihn behaut. Ebenso imEthischen.

Die Neigung zur Mystik ist doch bei unsern Philo-sophen zugleich eine Flucht aus der handgreiflichen Ethik.Dort giebt es keine Forderungen mehr, noch auch Geniesder Güte, des transcendentalen Mitleids. Wird die Impu-tabilität in das Wesen verlegt, so sind die antiken Moral-systeme sinnlos.

f: Conflict zwischen Leben und Denken.

1.

Das Wichtigste an der Weisheit ist, dass sie denMenschen abhält, vom Augenblick beherrscht zu werden.Sie ist deshalb nicht zeitungsgemäss: ihre Absicht ist,den Menschen für alle Schicksalsschläge gleich fest hin-zustellen, für alle Zeiten zu wappnen. Sie ist wenignational.

2.

Ich denke an die erste Nacht des Diogenes: alleantike Philosophie war auf Simplicität des Lebens ge-richtet und lehrte eine gewisse Bedürfnisslosigkeit, das