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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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so viel Glauben zu ihrer Weisheit haben. Es muss dieWeisheit wie die Sonne für jedermann scheinen: undein blasser Strahl selbst in die niedrigste Seele hinab-tauchen können.

3 -

Einen Besitz den Menschen verheissen! Philo-sophie und Religion ist Sehnsucht nach einem Eigen-thum.

4 -

Es ist mit den Wissenschaften wie mit den Bäumen,man kann sich nur an den derben Stämmen und denunteren Asten festhalten, nicht mehr an den äusserstenZweigen und Spitzen; sonst fällt man herab und zer-bricht meistens auch noch die Aste. So steht es mitder Philosophie: wehe einer Jugend, welche sich an ihreSpitzen anklammern will!

5 -

Ich hasse das Überspringen dieser Welt, dadurchdass man sie in Bausch und Bogen verdammt: aus ihrstammt die Kunst, die Religion. Ach diese Flucht be-greife ich so, hinaus und hinüber in die Reihe des Einen !

b: Das Gelehrtenhafte der heutigen Philosophie.

1.

Jede Philosophie muss das können, was ich fordere,einen Menschen concentriren aber jetzt kann es keine.

2.

Die Philosophie rein zur Wissenschaft zu machen(wie Trendelenburg) heisst die Flinte ins Korn werfen.

Nietzsche, Werke (II. Abtheilung) Band X.