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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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3- Dritter Theil:

Bild der heutigen Philosophie.

a: Die Wirkungslosigkeit der heutigen Philosophie.

1.

Manche Dinge werden erst dauerhaft, wenn . sieschwach geworden sind: bis dahin bedroht sie die

Gefahr eines plötzlichen und gewaltsamen Unterganges.Die Gesundheit im Greisenalter wird immer .gesünder.Das Christenthum zum Beispiel wird jetzt so fleissig ver-theidigt und wird lange Zeit fortvertheidigt werden, weiles die bequemste Religion geworden ist. Jetzt hat esfast Aussicht auf Unvergänglichkeit, nachdem es dielangwierigste Sache der Welt, die menschliche Faulheitund Bequemlichkeit, auf seine Seite gebracht hat. Sohat auch die Philosophie ihre grösste Schätzung und ihrezahlreichsten Vertreter gerade jetzt: denn sie quält dieLeute nicht mehr, ja viele werden von ihr unterhaltenund dürfen ihren Mund aufthun, ohne alle Gefahr, undlosschwätzen. Die heftigen und starken Dinge sind inGefahr, plötzlich zu verderben, geknickt und vom Blitzgetroffen zu werden. Den Vollblütigen fasst der Schlag-fluss: unsere heutige Philosophie stirbt gewiss nicht amSchlagflusse. Besonders seitdem die Philosophie einehistorische Disciplin ist, hat sie sich die Unschädlichkeitund damit die Unvergänglichkeit gewährleistet.

2 .

Ach dieser Mangel an Liebe in diesen Philosophen,die immer nur an die Ausgewählten denken und nicht