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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
Seite
222
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Verhalten (bei den Griechen) zurück. Es hat sich unmög-lich erwiesen, eine Cultur auf das Wissen zu bauen.

10.

Das Historische und die Naturwissenschaften warennöthig gegen das Mittelalter: das Wissen gegen denGlauben. Wir richten jetzt gegen das Wissen die Kunst:Rückkehr zum Leben! Bändigung des Erkenntniss-triebes! Stärkung der moralischen und ästhetischenInstincte! Dies erscheint uns als Rettung des deut-schen Geistes, damit er wieder Retter sei.

Das Wesen dieses Geistes ist uns in der Musikaufgegangen. Wir verstehen jetzt, wie die Griechen ihreCultur von der Musik abhängig machten.

Wunderbare Einheit Wagners und Schopenhauers!Sie entstammen dem gleichen Triebe. Die tiefsten Eigen-schaften des germanischen Geistes rüsten sich hier zumKampfe: wie bei den Griechen.

11 .

Die Bändigung der Wissenschaft geschiehtjetzt nur noch durch die Kunst. Es handelt sich umWerthurtheile über das Wissen und Vielwissen. Un-geheure Aufgabe und Würde der Kunst in dieser Auf-gabe! Sie muss alles neu schaffen und ganz allein dasLeben neu gebären! Was sie kann, zeigen uns dieGriechen: hätten wir diese nicht, so wäre unser Glaubechimärisch.

Ob eine Religion hier hinein, in das Vacuum hinein,sich bauen kann, hängt von ihrer Kraft ab. Wir sind derCultur zugekehrt: dasDeutsche als erlösende Kraft!Jedenfalls müsste die Religion, welche es könnte, eine